
Mit großer Trauer und Betroffenheit haben wir vom Tod unseres langjährigen Vereinsmitglieds Rainer Albrecht erfahren.
Mit ihm verlieren wir nicht nur einen lieben Schachfreund, sondern auch einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Persönlichkeit unseres Vereins war, immer freundlich, immer ausgeglichen.
Lieber Rainer, wir werden Dich sehr vermissen!
Im Namen des Vorstands
Besonders persönliche Erinnerungen an ihn verbindet sein guter Freund Andreas Bachmann, der mit den folgenden Worten Abschied nimmt.
Mit großer Trauer müssen wir Abschied nehmen von meinem Freund und langjährigem Mitglied des SC Kreuzberg
Rainer Albrecht
* 04.05.1952 + 02.11.2026
Auch wenn er in den letzten Wochen und Monaten nicht mehr die Vitalität früherer Jahre ausstrahlte, war der Tod doch überraschend. Am 02.11.2026 verstarb er nach einer Herzoperation in der Charité.
Rainer war 1971 Berliner Jugendmeister. Danach schloss er sich dem Schach-Club Kreuzberg an. Er gehörte zu der legendären Jugendgruppe des SC Kreuzberg unter Horst Metzing.
Schon bald spielte er in der 1. Mannschaft von Kreuzberg u. a. mit Ludek Pachman. Das waren über all die Jahre verteilt Einsätze in der 1. und 2. Bundesliga wie auch Ober- bzw. Regionalliga.
Im Blitzen wurde Rainer ebenfalls Berliner Jugendmeister und später zweifacher Berliner Vize-Blitzmeister bei den Herren, sowie 2003 im fortgeschrittenen Alter Berliner Pokalsieger. Neben seinen überragenden Eröffnungskenntnissen zeichnete ihn sein besonderes Gefühl für den natürlichen Zug aus. Neben Wolfgang Uhlmann war er der Französischexperte.
Rainer hatte zwar sein Lehramtsstudium für Englisch und Erdkunde abgeschlossen, übte diesen Beruf aber nicht aus und zog das ungebundene Leben eines Taxifahrers vor. Seine mit Freunden unternommenen Schachreisen führten ihn u. a. nach England, Frankreich, Holland, Ungarn, Prag, Biel, Lugano usw. Seine höchste Elozahl war 2285. Von seinen Fahrten berichtete er in den 70er und 80er Jahren regelmäßig in der Kreuzqualle. Er war ein wortgewandter Autor und guter Kommentator. Durch seinen Wortwitz lasen sich seine Texte leicht und locker. Darüber hinaus wirkte er auch als Übersetzer für Schachbücher aus dem Englischen. So übersetzte er u. a. das Turnierbuch von Nottingham 1936 von Aljechin, wie auch die 2. Auflage von Schach für Tiger und einige Bücher aus dem de Gruyter Verlag.
Für geselliges Außerschachliches wie Skat, Doppelkopf oder Escalero war er auch jederzeit zu haben.
Später verlegte er sich auf das Fernschach. Noch in der Vor-Computer-Ära wurde er Fernschach-IM und gewann mit der Kreuzberger Mannschaft sowohl die Deutsche Meisterschaft wie auch den Pokal. Danach gewann er auch noch die Fernschach-Champions-Meisterschaft zusammen mit Arno Nickel, Heinrich Burger und Ralf Axel Simon. Name der Mannschaft: Safer Sacs Berlin. Die gemeinsamen Analyseabende im Schach-Club Kreuzberg, wo eine kleine Gruppe von 4 Leuten mit ein, zwei Gästen in irgendeiner Ecke saßen und hochkonzentriert analysierten, waren legendär und bereicherten das Clubleben. Ein paar hübsche Fotos dazu gibt es noch.
Auch wenn Rainer keine Sportskanone war, so spielte er doch Fußball im Tiergarten und später in einer von ihm organisierten Halle. Dort konnte er auch seiner noch größeren sportlichen Leidenschaft frönen: dem Tischtennis.
Rainer, wir werden Dich mit Deiner ruhigen ausgleichenden Art vermissen. Insbesondere Deinen trockenen Humor. Auch wenn Du mit einigen Deiner 68er-Ansichten ein wenig aus der Zeit gefallen schienst, so machte Dich dies doch nur umso liebenswerter. Vor allem aber: Man konnte sich immer auf Dich verlassen.
Es gäbe noch so vieles zu sagen.
Ich werde Dich sehr vermissen.
Andreas Bachmann



Lieber Andreas,
vielen Dank für deine schönen Worte.
Ich kannte Rainer auch seit vielen Jahren, aber nicht so gut, wie du. Dennoch bin ich sehr betroffen von der Nachricht.
Sascha Lorenz