Kein Magdebruch in Magdeburch: SCK holt zum Auftakt zwei Mannschaftspunkte in der Oberliga Ost

“Hundertmal in Berlin versackt / In Hamburg ging’s wild zu / Harte Nächte auch in Bremen / Und sogar in Magdeburg“. Ihrem Song “Wir sind der Weg”  zufolge waren die Toten Hosen also eher selten in Magdeburg, wo für uns die neue Oberligasaison starten sollte. Anders als die Hosen kannte sich unsere Kreuzberger Truppe dank DSAM und Schachgipfeln in der Stadt aber schon ein bisschen aus. Sightseeing stand an diesem Oktoberwochenende trotzdem wenig an, denn endlich stand wieder Schach auf dem Plan. Am Start war die wilde Machertruppe aus Robert, Johannes, Aaron, Freddy, Aron, Julian, Ersatzmann Constantin und Ersatzmonster Momme. Zum Saisonauftakt gab es für unsere Erste den Magdeburger Doppelpack: am Samstag gegen Gastgeber USC, am Sonntag gegen Zweitliga-Absteiger Aufbau Elbe.

Samstag: USC Magdeburch

Der USC stellte hinten etwas schwächer auf als befürchtet, war dafür vorne stark besetzt. Das Match lief gut an und bot reichlich spannende Duelle, die allesamt bis in die beidseitige Zeitnot dauerten.

Unserer leichten Favoritenrolle wurden wir zuerst an den hinteren Brettern gerecht. Wie es bei den Eisbären Berlin nach einem Tor so schön heißt: „Ene meine miste, es rappelt in der Kiste!“. Bei Kreuzberg rappelte es gleich doppelt, jeweils nach ein paar kleinen Taktiken samt Qualitätsgewinn. An Brett 7 verwirrte Constantin seinen Gegner mit hochgradig fragwürdigen Eröffnungsexperimenten derart, dass dieser seinen Vorteil binnen weniger Züge in eine schwierige Stellung verwandelte und zwei simple Taktiken übersah. Momme spielte eine deutlich dominantere Partie voller kleiner taktischer Feinheiten, die in ein Spiel auf ein Tor und schließlich Materialgewinn mündeten.

Links: Bei Constantin an Brett 7 klingelt die Kasse mit Lf7+ ein wenig unverdient. Rechts: Bei Momme an Brett 8 ist längst eine verdiente Gewinnstellung erreicht und der “Cash-Out” erfolgt dank … Lc3!

Der weit angereiste Julian konnte den Trend leider nicht fortsetzen: Nach einer stark schwankenden Partie verpasste er die rettende Verteidigung und ließ sich respektvoll mattsetzen. Dafür ging Freddy als Sieger aus seinem Theorieduell hervor. Die kläglichen Angriffe auf seinen König wehrte er mühelos ab, und die positionelle, am Ende auch materielle Dominanz seines Läuferpaars zwang den Gegner schließlich zur Aufgabe.

Das Läuferpaar spielte auch bei Aron eine Hauptrolle: Bis tief in die Zeitnot beherrschte es das Brett, als Aron dann im bekanntlich heimtückischen 40. Zug übersah, dass sein Gegner ihm das Läuferpaar nun forciert abnehmen konnte. Das folgende Endspiel verlor er dann unglücklich (also, zumindest war Aron darüber unglücklich).  Es sollte dabei angemerkt werden, dass auch der 41. Zug direkt nach der Zeitkontrolle für seine Patzerhäufigkeit berühmt-berüchtigt ist. Bei manchen Spielern sind aber ebenso der 42., 43., 44. Zug und eigentlich generell fast alle anderen Züge fragwürdig (zumindest kommt es dem Autor bei sich gerade so vor).

Für zusätzliche Spannung im Match sorgte schließlich Robert. Er opferte an Brett 1 gegen seinen starken Gegner schon in der Eröffnung eine Qualität, bekam aber nie echte Kompensation und musste nach tapferer Gegenwehr den Punkt abgeben. 3:3, der USC hatte ausgeglichen.

FM Dathe zeigt in seiner geselligen Analyse, wie stark ein Läuferpaar gegen einen Turm sein kann. v.l.n.r.: Freddy, Robert, Julian, Aron und Johannes als interessierte Zuschauer.

Machten wir uns Sorgen um den Ausgang? Nein. Denn an den Brettern 2 und 3 reichte zu diesem Zeitpunkt schon das Bauernzählen für die richtige Stellungsbewertung: Johannes und Aaron hatten in sehr unterschiedlichen Endspielen jeweils einen dicken, fetten Mehrbauern. Bei Aaron stabilisierte der Mehrbauer die Bauernkette, sicherte seinen König und ermöglichte den siegreichen Königsangriff mit Dame und Springer, einem im Endspiel zu Recht gefürchteten Duo. Johannes ließ nach einem strategisch hochspannenden, damenlosen Mittelspiel im Turmendspiel zwischendurch vielleicht mal ein Remis zu, überspielte seinen Gegner am Ende aber risikolos. Der wollte seine Niederlage (und die seines Teams) nicht einsehen und spielte selbst mit einer Dame weniger noch einige Züge lang erfolglos auf Patt.

5:3 ist kein dominanter, aber ein richtig wichtiger Sieg gegen eine der schlagbaren Mannschaften der Liga. Im Anschluss wurden die Sektkorken knallen gelassen und im (darf man das mit 30 noch schreiben?) jugendlichen Leichtsinn der eine oder andere Schabernack getrieben.

Sonntag: Aufbau Elbe Magdebruch

Nein, nicht verlesen: Der Sonntag war für den Großteil der Mannschaft keine Sternstunde und sorgte für den einen oder anderen „Bruch“. Aber der Reihe nach.

Den Auftakt machten wieder einmal Momme und Constantin an den hinteren Brettern, diesmal allerdings unter entgegengesetzten Vorzeichen: Quasi zeitgleich legten sie kurz vor der Zeitkontrolle eine Grätsche hin und mussten sich geschlagen geben. Momme lieferte immerhin noch einen harten Kampf um einen Vorpostenbauern seiner Gegnerin. Constantin dagegen spielte eine Katastrophenpartie ohne Eröffnungskonzept und Gegenspiel und bereute seine nicht existente Vorbereitung bitter. Auch Aaron geriet am dritten Brett mit Schwarz früh unter Druck und musste sich vergleichsweise bald geschlagen geben. Johannes kämpfte nach einer wilden Partie zwar tapfer bis tief ins Endspiel, musste seinem Gegner am Ende aber ebenfalls die Hand reichen.

Einziger Lichtblick des Tages war erneut Freddy. Zwar verschätzte er sich in der Eröffnung gnadenlos und gab seinen Traumläufer auf g2 grundlos auf (Engine: von ausgeglichenem Spiel Sprung zu +1 für den Gegner). Die Haltung „Das ist noch meine Theorie“ kennen wir allerdings schon von ihm. In Graal-Müritz prägte er Anfang des Jahres in strategischer Verluststellung (laut Engine +2 für den Gegner, direkt aus der Eröffnung) den schönen Ausspruch „Dit hab ick doch bei Keymer so gesehen“. Trotz dieser Eröffnungsextravaganzen erkämpfte sich Freddy dank seiner taktischen Brillanz einen Mehrbauern. Je schlechter die Stellung seines Gegners wurde, desto finsterer wurde auch dessen Blick, bis Freddy über seinen Freibauern eine schöne Gabel ansetzte und den einzigen vollen Punkt für den SCK einsackte.

Ein paar Remis holten wir immerhin noch: Julian spielte eine solide Partie und war mit dem Ergebnis eigentlich zufrieden, weil er mit einer ähnlichen Variante vor einer Weile noch sehr schlechte Erfahrungen gemacht hatte und es diesmal besser lief. Vielleicht wurde Julian durch seinen morgendlichen, entspannten 12-km-Lauf entlang der Elbe „aufgebaut“. Robert kam nach Ungenauigkeiten in der Eröffnung und einem spannenden Bauernopfer für die schwarzen Felder aus einer Gewinnstellung heraus leider nur zum Remis. Auch Aron führte einen langen strategischen Kampf, bei dem sein Gegner scheinbar das Springerproblem lösen wollte, indem er sein Rössel die spannende Route g1-e2-g3-h1-f2-d3-c5-d3-e5 springen ließ. Mit ungleichfarbigen Läufern ließ sich im Endspiel aber auch für Aron nicht mehr als ein halber Punkt herausholen. Der Endstand von 2,5:5,5 war dann leider doch sehr deutlich, kann aber gegen starke Gegner auch mal vorkommen.

Unerwartet kam dagegen Johannes’ Geistesblitz auf dem Weg zum Zug: Sein Handy lag noch beim Schiedsrichter. Sehr löblich, vielleicht wollte er auch abseits des Bretts über jeden Cheating-Verdacht erhaben bleiben. Fürs Bahnticket braucht man heutzutage aber dann doch das Smartphone. Und so ließen wir Johannes in Magdeburg zurück, in der Hoffnung, dass er dort nicht noch handy- und ticketlos strandet. Nach Stunden ohne Rückmeldung wuchsen unsere Sorgen, bis er und erlöste und meldete, dass er die Gelegenheit genutzt und spontan gleich beim dortigen Unisport mitgemacht hatte.

Ausblick

Da knallen am Samstag beim Autor die Korken (zur Sektdusche der Mannschaft)  …
… was später in einer spannenden Form der Vorbereitung mündet. Während Aaron und Johannes der freundlichen Rauferei interessiert beiwohnen, scheint das für Momme nichts Besonderes zu sein. Alltag für Kreuzberger, sozusagen.

Unsere einzige Auswärtsfahrt der Saison war sehr unterhaltsam und schachlich völlig in Ordnung, auch wenn sich ein paar von uns erst wieder an hochklassiges Schach gewöhnen müssen. Es war am Ende dann doch nicht der totale „Magdebruch“. Als Nächstes steht im November ein Heimspiel gegen die Schachfreunde an, die wir als Reisepartner diese Saison noch öfter bei uns begrüßen werden. Schwankend zwischen (vermutlich übertriebenen) Abstiegsängsten und Aufstiegsträumereien erwarten wir gespannt, was die Saison noch bringt. Oder, um es mit den Hosen zu sagen: „Wir haben unser Leben noch nicht gelebt / wir brauchen kein Ziel, wir sind der Weg“

Detaillierte Ergebnisse finden sich wie immer beim Ergebnisdienst

Blitz-Marathon mit Happy End: Kreuzberger holen den 4. Platz bei den Berliner Mannschaftsmeisterschaften 2026

Der Sommer geht zu Ende, die Temperaturen werden langsam wieder erträglich, und man kann das Haus verlassen, ohne einen Hitzeschock zu riskieren. Was macht der geneigte Berliner Schachverrückte also an einem wunderbar sonnigen Spätsommersonntag? Richtig: Er spielt 29 Runden intensives, stickiges, nervenzerfressendes Blitzschach bei den Berliner Blitzmannschaftsmeisterschaften.

So sehen Kreuzberger beim Nachdenken aus! Zumindest Momme, denn hinter der Eröffnung von Constantin kann kein klarer Gedanke stecken (a5? Ld6? De7? – Die Stellung ist schon +1,2 für Weiß)

Das Turnier dürfte damit eine der härtesten Prüfungen im Berliner Schach sein; erst recht, wenn man sich wie unsere tapferen Kreuzberger nebenbei noch für die Norddeutschen Meisterschaften qualifizieren möchte. Manch ein Teilnehmer hatte schon nach wenigen Runden keine Lust mehr, und selbst die Hartgesottenen kämpften spätestens zur Turnierhälfte mit beträchtlichen Motivationsproblemen. Allen Widrigkeiten zum Trotz spielte sich unsere junge Truppe (Altersschnitt rund 25 Jahre) auf den 4. Rang und machte die angestrebte Qualifikation damit locker klar.

Kreuzberg trat mit zwei Mannschaften an, beide etwas schwächer besetzt als in den Vorjahren. Unsere Zweite spielte ein ordentliches Turnier, musste aber gleich in Runde 1 eine herbe Niederlage gegen Kreuzberg I verkraften: 1,5:2,5, und das gegen eine Mannschaft in Unterzahl.

Unterzahl? Ja. Unsere Erste (Constantin, Momme und Arthur) bestritt die ersten beiden Runden mit unbesetztem Spitzenbrett. Zugpferd Robert hatte sich am Morgen vergaloppiert, einen Bus an sich vorbeitraben lassen und deshalb die ersten beiden Runden verpasst. Die folgenden drei absolvierte er im Halbschlaf und mit selbstgewähltem Eröffnungshandicap. Merke: Ein Pferd sollte vielleicht doch bei seinen Hufeisen bleiben, statt ein Hippopotamus sein zu wollen. Aus drei Partien sprang so nur ein einziges Gnadenremis heraus. Bei aller (nicht ganz ernst gemeinten) Kritik: Nach dem Aufwachen und der Eröffnungsumstellung zeigte Robert eine enorme Leistung. Seine großartigen Siege trugen entscheidend dazu bei, dass wir gegen das Topteam der Schachfreunde ein 2:2 und gegen die zweitplatzierten Tegeler sogar ein 3:1 holten.

Apropos hervorragende Leistung: Hier führt kein Weg an Arthur vorbei. Nachdem er tags zuvor schon bei den Einzelmeisterschaften phänomenal aufgespielt hatte, schlug er nun mit enorm trickreichem und schnellem Spiel einen Gegner nach dem anderen und kam auf etwa 25 von 29 möglichen Punkten. (Etwa, weil die Einzelergebnisse noch immer nicht veröffentlicht sind und die Mannschaftsergebnisse obendrein kleine Fehler enthalten.) Nach 29 Runden hatte unser 13-jähriger Starspieler dann noch Lust auf die Rückrunde, die die Organisatoren vor der letzten Runde scherzhaft angekündigt hatten. Vielleicht ist die Geheimwaffe neben gutem Schach ja einfach, jung zu sein (schwer zu erreichen) oder über enorme Fitness und Ausdauer zu verfügen (etwas weniger schwer, aber auch nicht leicht). Wie auch immer: Es war eine wahre Freude, oft schon nach zwei Minuten Spielzeit ein „1:0 Kreuzberg“ von Brett 4 zu hören.

Am anderen Ende der Skala hatte ein verschlafener Vogel an Brett 2 (der Autor) im Laufe des Turniers mit zunehmenden Ausfallerscheinungen zu kämpfen, stand der starken Teamleistung aber immerhin nicht allzu sehr im Weg. Brett 2 ist vermutlich der falsche Ort für jemanden, der im Blitz 150 Punkte schlechter spielt als im klassischen Schach, während es bei den Jugendlichen genau andersherum läuft. Zum Glück lieferte an Brett 3 Momme, Toptalent unserer Landesligamannschaft, auch gegen starke Gegner verlässlich gute Ergebnisse und verbesserte sein Rating beträchtlich. Mit Arthurs Punkterausch konnte er zwar nicht ganz mithalten, aber das konnte an diesem Tag ohnehin niemand.

Die Mannschaftsergebnisse (und evtl. irgendwann auch die Einzelergebnisse) finden sich bei chessresults

Erfolgreicher Feierabend

Die 3 Kreuzberger Mannschaften in der Feierabendliga haben fast die Maximalausbeute erreicht. Staffel A: Kreuzberg 1, Michael Straches “Kneipentruppe”, gewann alle 9 Begegnungen und sicherte Kreuzberg damit nach einigen Jahren mal wieder Platz 1. Etwas überraschend kam dahinter Kreuzberg 2 ein, die nur gegen die Erste verloren und gegen die – etwas ersatzgeschwächte – 1. Mannschaft der Schachfreunde ein Unentschieden erspielte. In der Staffel C hätte Kreuberg 3 auch beinahe das Turnier gewonnen, eine Niederlage gegen den letztendlich 8. kostete aber den nötigen Mannschaftspunkt.

BMM-Schlussrunde

Gestern ging die BMM zu Ende. Für SCK4 ging es noch einmal richtig um die Wurst. Für alle anderen Mannschaften ging es “nur” noch um ein anständiges Tagesergebnis, denn die wichtigen Entscheidungen über Aufstieg und Klassenerhalt fielen bereits am 8. Spieltag.

SCK2 hat nach 8 Saisonsiegen doch noch einmal verloren. Die Mannschaft hatte das Ticket für den Aufstieg in die Landesliga aber bereits gelöst. Mit 16:2 Mannschaftspunkten kann das Team auf eine starke Saison zurückblicken. SCK3 hat mit etwas Rückenwind durch einen kampflosen Punkt an Brett 1 knapp gegen Tegel3 gewonnen. SCK4 musste gegen den Aufstiegsaspiranten TSG2 ran und kam arg unter die Räder. Die Niederlage bahnte sich recht früh an und der Klassenerhalt war aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen. Der Klassenerhalt war anschließend davon abhängig wie der direkte Abstiegskonkurrent Makabi im Fernduell gegen Friedrichshagen spielt. Makabi schaffte unerwartet ein 4:4 und damit war der Abstieg für SCK4 besiegelt. Dabei leistete Friedrichshagen relevante Schützenhilfe, da sie das 8. Brett unbesetzt ließen, wodurch Makabi vom Start weg mit 1:0 vorn lag. Ein bitterer Abstieg. Mit nur einem halben Brettpunkt weniger wäre Makabi abgestiegen. Knapper gings nicht. SCK5 spielte Remis. SCK6 überrollte Empor3 mit 7:1 und schaffte nach einem Fehlstart mit 0:10 MP in die Saison noch ein sehr respektables Saisonergebnis. SCK7 gewann mit 7,5:0,5 noch höher gegen TSG8 und holte von allen Kreuzberger Mannschaften die meisten Brettpunkte der Saison. Die 3 Mannschaften der 3.Stadtklasse hatten spielfrei.

Herzlichen Glückwunsch an die aufgestiegenen Mannschaften SCK2, SCK7, SCK9 und SCK10.

Über die ganze Saison verteilt hatten wir bei 9 Mannschaften nur 4 mal ein kampfloses Brett in unseren Reihen. Das sah in den Vorjahren noch ganz anders aus.

Dank an die Mannschaftsleiter für die Orga und an alle Mitstreiter!

8.Runde BMM: 4 Aufsteiger und ein Wackelkandidat

Auch der 8.Spieltag war aus Kreuzberger Sicht wieder sehr erfreulich. Mit 7 Mannschaftssiegen und nur 2 Niederlagen setzen die Kreuzberger Mannschaften die freundliche Tendenz der letzten Spieltage fort.

SCK2 setzt die Siegesserie fort und behält die weiße Weste. Damit ist der Aufstieg in die Landesliga nun auch rechnerisch abgesichert. Landesliga – Wir kommen! SCK3 hat sich trotz der Niederlage im Tabellenmittelfeld etabliert. Hier brennt nix mehr an. SCK4 gewinnt knapp mit einem starken Auftritt gegen WeDa3 und holt zwei ganz wichtige Mannschaftspunkte gegen den Abstieg. Gleichzeitig hat Abstiegskonkurrent Makabi im Fernduell hoch verloren. Das LigaOrakel schwenkt zugunsten von SCK4 von 89,2% auf nur noch 36,3% Abstiegswahrscheinlichkeit. Oder was einen Tick freundlicher klingt: schwenkt von 10,8% auf 63,7% Wahrscheinlichkeit pro Klassenerhalt. SCK5 verliert knapp gegen SG Weißensee und verbleibt im sicheren Mittelfeld der Tabelle. SCK6 punktet erneut und hat damit sogar vorzeitig den Klassenerhalt gesichert. Die Mannschaft startete mit 0 von 10 Mannschaftspunkten in die Saison und holte zuletzt 5 von 6 Mannschaftspunkten. Eine Story wie Phönix aus der Asche. Eine schöne Bestätigung für die junge Truppe, die in den Saisons davor zwei Mal direkt hintereinander aufgestiegen ist und sich nun in der 1. Stadtklasse etabliert. SCK7 siegt gegen SG Eckturm und steht vorzeitig als Aufsteiger fest. Der etwas unrühmliche Abstieg der letzten Saison ist damit repariert. SCK8 holt einen Kantersieg gegen Eckturm2 und ist wie SCK9 und SCK10 nach 8 Spieltagen schon mit der Saison durch. Ein vorläufiger 3. Platz ist ein gutes Ergebnis, aber der anvisierte Aufstieg wurde leider verfehlt. SCK9 gewinnt gegen Friedrichshagen3 und guckt sich die Tabelle von oben an. Obwohl die anderen Mannschaften in der Staffel noch ein Spiel austragen, reicht Platz 1 mit 3 MP Vorsprung vor dem Tabellendritten für den vorzeitigen Aufstieg. SCK10 holt einen glatten zu-Null-Sieg gegen TSG9. Die unmittelbaren Aufstiegskonkurrenten auf Platz 2 und 3 müssen am letzten Spieltag gegeneinander spielen und werden sich im direkten Duell gegenseitig die Punkte abnehmen, sodass maximal einer von beiden Konkurrenten an SCK10 vorbeiziehen kann. SCK10 steht daher ebenfalls vorzeitig als Aufsteiger fest.

interne BMM-Übersicht

Nachgereicht: Berliner Jugendeinzelmeisterschaft der Mädchen 2026

Anfang dieses Monats wurden nun auch die Berliner Jugendeinzelmeisterschaften der Mädchen beendet – mit zum Teil sehr erfreulichen Ergebnissen für unsere Mädchen:

Berliner Meisterin U18: Madiha Fock (qualifiziert für die DEM U18w)

Berliner Meisterin U8: Leona Stanisic (Leona war bereits für die DEM U8w qualifiziert)

Berliner Vizemeisterin U10: Marianna Caber (Marianna ist bereits für die DEM U10w nominiert)

In der U14 ist unseren beiden Starterinnen Valerie Komar und Maha Ali leider nicht gelungen, einen der Qualifikationsplätze für die Deutsche Einzelmeisterschaft zu ergattern. Valerie schaffte Platz 3 in einem starken Feld.

Wir gratulieren euch allen und freuen uns mit euch!

In der U18w hatte Madiha relativ leichtes Spiel, da sie sich nur gegen eine Gegnerin durchsetzen musste, der sie vom Rating her deutlich überlegen war. Was ist da los? Warum spielen in dieser Altersklasse so wenig Mädchen?

Leona mit ihrer Mutter – die schon viel Turnierluft mit ihrem ebenfalls erfolgreichen Sohn Lukas geschnuppert hat.

Leona gelang sogar ein Doppelschlag – sie gewann neben der Berliner Meisterschaft auch noch das Frühlingsturnier mit 4,5 aus 5 Punkten. Denn die BEM U8w war in dieses Turnier eingebettet und die Platzierungen bei der BEM errechneten sich aus dem Abschneiden beim Frühlingsturnier. Alle Mädchen hatten allerdings gegeneinander gespielt, sodass sich ein gerechtes Bild ergab. Zwei Mädchen landeten auf Platz 1 und 2 und konnten sich gegen die “männliche” Gegnerschaft durchsetzen. Eine tolle Leistung!

Marianna ist als Deutsche Vizemeisterin U8 schon für die DEM U10w nominiert und spielte in diesem Jahr zum ersten Mal in der höheren Altersklasse in Berlin durchaus erfolgreich und belegte Platz 2. Ein Sieg in der letzten Runde – statt eines Unentschieden – hätte sogar einen weiteren wichtigen Titel eingebracht.

Alle Ergebnisse, Bilder von den Siegerehrungen gibt es hier bei der Schachjugend in Berlin.

 

Große Freude auch bei Leonard, der in seinem ersten Turnier, dem Kinderfrühlingsturnier, den dritten Platz belegte und einen Pokal gewann.

 

 

7. BMM-Runde: 6 Siege, 2 Remis und nur 1 Niederlage

Wie schon in den 2 Runden davor war auch die Gesamtbilanz der 7.Runde wieder überaus erfreulich.

SCK2 pflügt weiter das Feld und behält die weiße Weste. Bisher alle Mannschaftskämpfe gewonnen. Grandios. SCK3 gewinnt erneut und schraubt sich weiter nach vorn ins sichere Mittelfeld der Tabelle. Die Mannschaft hat mit dem Abstieg nun nix mehr zu tun. SCK4 verliert denkbar knapp im direkten Abstiegsduell gegen Narva. Die Mannschaft war in einer Must-Win-Situation und war sehr zuversichtlich, denn Narva stand nach nach 6 Spieltagen mit 0 MP komplett blank da. Einige sehr aussichtsreiche Stellungen wurden nach und nach zum Remis verarbeitet. Da war deutlich mehr drin, aber es sollte nicht sein. SCK5 schafft erneut einen Kantersieg und schiebt sich ins vordere Mittelfeld der Tabelle. SCK6 gelingt als Underdog gegen Caissa ein Remis und tankt weiter Selbstvertrauen. An Brett 8 hat Caissa mit Kanonen auf Spatzen geschossen, indem sie unserem Nachwuchs einen IM vor die Nase gesetzt haben. SCK7 gewinnt weiter während die Aufstiegskonkurrenten schwächeln, was Tabellenplatz 1 mit komfortablen 3 MP Vorsprung bedeutet. SCK8 gewinnt überzeugend gegen Rotation8. Mit der Niederlage in der Runde davor hat sich die Mannschaft die Wurst vom Teller ziehen lassen und den Anschluss an die Aufstiegsplätze verloren. Mannschaftsleiter Helmut sagt allerdings es geht immer noch um die Wurst. So sei es. SCK9 spielt im direkten Aufstiegsduell Remis gegen Rotation7. Das reicht um Tabellenplatz 1 zu verteidigen. SCK10 holt einen deutlichen Sieg gegen Eckbauer3 und verbleibt damit auf einem der Aufstiegsplätze.

BMM-Übersicht

Licht und Schatten in der Oberliga Ost: Kreuzberg verzweifelt an Aue II und siegt gegen Plauen

Eigentlich sollte sich unsere Mannschaft keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen müssen. In der ersten Hälfte der Saison hatten wir die stärksten Gegner bereits abgehakt und mit einigem Pech “nur” einen Mannschaftssieg und 2 Remis erspielt. Die anderen Underdogs der Liga schlugen sich aber kaum besser, daher war das Ergebnis so durchaus in Ordnung. Umgekehrt bedeutet das für uns, dass die letzten Saisonspiele allesamt gegen direkte Abstiegskonkurrenten sein würden – Pflichtsiege, wenn man die Klasse halten möchte. Angesichts unserer starken Leistung in den letzten Kämpfen eine machbare Aufgabe. Dachten wir zumindest.

Schatten am Samstag:  Nickelhütte Aue II

Eigentlich ging es an den unteren Brettern unserer Favoritenrolle entsprechend los: Micha machte nach einer ruhigen Eröffnung mit Weiß früh Remis, während unser starker Neuzugang Stevan nach Schwierigkeiten in der Eröffnung den weißen Damenflügel aufrollte und schnell gewann. Doch an den oberen Brettern zeigten sich die ersten Risse: An Brett 3 weckte die Eröffnungsvariante bei Freddy traumatische Erinnerungen an eine ähnliche Partie aus dem letzten Jahr. Dies veranlasste Freddy zunächst zu merkwürdigen Zügen und später taktischen Patzern, welche ihn nach tapferer Verteidigung letztlich die Partie kosteten. Constantin gewann nach überaggressivem Spiel seines Gegners in der Eröffnung einen Bauern und ging nach einem abwechslungsreichen Mittelspiel in ein leicht besseres Endspiel. Nachdem er mit Weiß seinen 40. Zug gemacht hatte, verließ er kurz das Brett; sein Gegner hatte schließlich noch 2 Minuten für seinen Zug und würde diese sicherlich nutzen. 3 Minuten später kam Constantin zurück und sah seinem Gegner zu, wie dieser die Figuren aufbaute – Verlust auf Zeit! Fun Fact: Das ist damit das dritte Mal innerhalb eines (!) Jahres, dass der Autor dieser Zeilen auf diese Weise im klassischen Schach gewinnt.

Schnabel – Moritz. Aron hatte gerade … Th4+?? gespielt, was nach Kg5 zum sofortigen Partieverlust führte. Nach einem beliebigen Schach findet der König auf h6 sichere Zuflucht und droht ein unausweichliches Matt.

Nach dem 40. Zug liefen also beim Stand von 2,5:1,5 noch 4 Partien mit unklarem Ausgang: Robert stand das langgezogene Mittelspiel über stark unter Druck, spielte aber geschickt auf die knappe Bedenkzeit seines Gegners und rettete sich ins Remis. Johannes probierte nach einer langen Eröffnungsdebatte sein Möglichstes, doch mit nur einem (Doppel-)Bauern mehr am Königsflügel ließ sich im Turmendspiel nichts mehr rausholen. Der Zwischenstand von 3,5 war nicht gut, aber auch keine Katastrophe, unsere beiden (A-)Arons spielten ja noch. Beide Endspiele waren umkämpft, doch trotz aller Versuche konnte Aaron an Brett 5 keinen Vorteil erspielen. Er lehnte verschiedene Möglichkeiten zur Zugwiederholung ab, was die Stellung sicherlich auch erlaubte. Zumindest so lange, bis Aaron einen Bauern zu viel nahm und ein gegnerischer Freibauer zusammen mit dem schwarzen König Mattdrohungen schuf. Der notwendige Turmtausch zur Abwendung des Mattnetzes kostete die Umwandlung des besagten Freibauerns und damit die Partie. 3,5:3,5.

Alle noch anwesenden Augen richteten sich auf Arons Partie am 3. Brett. In einem langen Schwerfigurenendspiel mit Dame und Turm stand der schwarze König von Aron zwar ständig unter Druck, doch Aron befreite seine Dame und fraß sich durch den weißen Damenflügel. Sein Gegner musste umschalten, Arons Freibauern am Damenflügel neutralisieren und fand sich plötzlich in einem Endspiel mit Minusbauern wieder, in dem Arons König dank besserer Bauernstruktur auch noch besser vor Schachs geschützt war. Die Stellung blieb remisträchtig, doch nach langem Manövrieren brachte Aron endlich Dame und Turm gegen den weißen König in Stellung. Der finale Angriff jagte den gegnerischen König zwar übers Brett, dieser spannte aber tatsächlich ein Mattnetz gegen Arons König (siehe Diagramm). Endstand 3,5:4,5. Innerhalb von 5 Minuten drehte sich das ganze Match. Der Schock saß tief. Eigentlich hatten wir 4,5 Punkte sicher, wenn wir in den letzten beiden Partien einfach Remis machen. Praktisch weiß keiner der beiden, wie die jeweils andere Partie ausgeht – und spielt stellungsgerecht weiter auf Sieg. Und verliert man als Favorit unglücklich gegen kämpferische Underdogs.

Licht am Sonntag: König Plauen

Nach dem Schrecken vom Vortag blieb wenig Zeit, um sich mental zu erholen. Was wir gegen König Plauen ablieferten, spricht daher für die mentale Stärke unseres Teams: Ein eingewechselter Max machte ein frühes Remis, gefolgt von einem ordentlichen GM-Remis von Robert. Aaron erholte sich gut von seinem gestrigen Debakel, bereitete die Eröffnung seines Gegners fast bis zum Sieg vor und gewann ohne Probleme.

Hörr – Vogel. Schwarz hatte 6 Züge zuvor die Qualität geopfert und gerade in aller Ruhe 22. … Te8 gespielt. Es drohen u.A. Sxf3 oder h4. Weiß hat kaum sinnvolle Züge und konnte nach 23. Lg2 Lxg2 24. Kxg2 Dg4! dem Mattangriff nichts entgegensetzen.

Die weiteren Partien liefen hingegen bis tief in die Zeitnotphase. Johannes zog leider in einer dynamischen Stellung mit gedeckten Freibauern auf beiden Seiten den Kürzeren. Dafür spielte Constantin eine scharfe Eröffnung ambitioniert weiter, opferte seelenruhig eine Qualität für langfristigen Königsangriff und jagte den gegnerischen König bis zu seinem Ende auf h7 (siehe Diagramm). Freddy verteidigte sich derweil souverän mit Schwarz und fand trotz Zeitnot den sicheren Weg ins Remis. Die kritische Partie lieferte damit erneut Aron, dessen Isolanistellung in kürzester Zeit explodierte. Figuren hingen im Zentrum wild durcheinander, doch sein Gegner ließ kurz seine Grundreihe ungedeckt, was Aron taktisch sauber ausnutzte und Material gewinnen konnte … bis vor Erreichung von Zug 40 auf der Uhr seines Gegners die kleine Flagge aufblinkte und Kreuzberg zum 2. Mal dieses Wochenende auf Zeit gewann. Egal wie, nach dem Vortag nehmen wir die 4,5 Punkte. Den Abschluss legte Micha hin, der sich in einer sehr taktisch dominierten Partie  bestens zurechtfand und nach Zug 40 eigentlich leicht besser stand, dann aber ein Dauerschach zulassen musste. Mit dem Endstand von 5:3 können wir sehr zufrieden sein. Die Erleichterung nach dem Kampf war bei allen spürbar.

Ausblick: Kreuzberg im Abstiegskampf

Doch was heißt das für unsere letzten beiden Runden in Leipzig am 18./19. April? Es wird diese Saison voraussichtlich 4 Absteiger geben. Vermutlich stellt es einen Designfehler der Oberliga Ost dar, wenn jede Saison potenziell fast die Hälfte aller Teams absteigt, aber daran können wir nichts ändern. Die Frage ist, welche 4 Teams wir hinter uns lassen. Die Antwort darauf ist recht schnell gegeben: Weisse Dame, Aue und Plauen sind mit Blick auf die Tabelle quasi schon abgestiegen. Bleiben also noch Löberitz und Leipzig, gegen die wir passenderweise auch noch direkt antreten dürfen. Der aktuelle Tabellenstand und auch die Spielstärke beider Teams legen nahe, dass der Mannschaftskampf gegen Löberitz entscheidend wird. In der letzten Runde dürfte Löberitz gegen Weisse Dame gute Chancen haben, während wir gegen Leipzig nicht sicher mit Mannschaftspunkten rechnen können. Da unsere Brettpunkte gut sind, sollten wir nur absteigen, wenn Löberitz gegen uns gewinnt und gegen Weiße Dame mindestens Remis holt, während wir gegen Leipzig verlieren. Umgekehrt heißt das: Uns sollte ein Remis gegen Löberitz eigentlich reichen. Und wenn wir den Kürzeren ziehen, können wir das Blatt noch durch einen Sieg gegen Gastgeber Leipzig wenden. Die Aussichten sind dank des Sieges gegen Plauen gut, aber es wird mindestens am Samstag ein hochspannendes Match werden. Die aktuelle Tabelle nach der 8. Runde (mehr Infos wie üblich beim Ergebnisdienst)

Mannschaft Spiele Mannschaftspunkte Brettpunkte BW
1. SV Görlitz 1990 7 13 38 178½
2. SK König Tegel 7 12 35½ 143
3. SC Rotation Pankow 7 12 34 158½
4. SF Berlin II 7 11 37½ 169
5. SG Leipzig 7 7 28½ 134½
6. SC Kreuzberg 7 6 29 124½
7. SG 1871 Löberitz 7 4 23½ 102½
8. SK König Plauen 8 3 28½ 136½
9. Nickelhütte Aue II 8 2 19   90½
10. SC Weisse Dame 7 2 14½   58½

 

6. BMM-Runde: 7 Siege und nur 2 Niederlagen

Wieder eine erfreuliche Gesamtbilanz.

SCK2 bleibt bei 100% und ist weiter voll auf Kurs in Richtung Landesliga. Die Tabellenspitze mit mittlerweile 4 Mannschaftspunkten Vorsprung fühlt sich sehr komfortabel an. SCK3 gelingt im direkten Kellerduell ein Kantersieg gegen die SF5 und schafft damit einen kleinen Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg. Mit 3 Mannschaftspunkten Luft vor den Abstiegsplätzen kann die Mannschaft dem Restprogramm nun deutlich gelassener entgegen sehen. SCK4 kommt gegen Empor leider unter die Räder und kann im Abstiegskampf keinen Boden gutmachen. SCK5 schafft einen Kantersieg gegen Fredersdorf und verbleibt im sicheren Mittelfeld der Tabelle. SCK6 tankt Selbstvertrauen mit dem ersten und zugleich deutlichen Sieg der Saison und darf plötzlich ganz realistisch wieder auf Klassenerhalt hoffen. Die Tabellenkonstellation ist sehr günstig für SCK6. Drei weitere Mannschaften haben ebenfalls nur 2 Mannschaftspunkte, sodass die 2 MP zusammen mit den Brettpunkten aktuell für Tabellenplatz 8 reichen. Hier scheint wieder alles möglich. SCK7 gewinnt und holt Big-Points gegen den direkten Aufstiegskonkurrenten SF6. Der Spieltag verlief perfekt für die Mannschaft, da auch der zweite unmittelbare Aufstiegskonkurrent verliert. Mission Aufstieg wird lebendiger. SCK8 verliert denkbar knapp und verliert damit den Anschluss an die Aufstiegsplätze. SCK9 gewinnt klar und verteidigt den 1. Tabellenplatz. SCK10 gewinnt ebenfalls klar und schiebt sich auf einen der Aufstiegsplätze.

Kreuzberger unterwegs bei der BSenEM 2026

In aller Kürze: Vor etwas mehr als einer Woche ging die BSenEM zu Ende. Mit dabei wieder zahlreiche Kreuzberger. FM Jürgen Federau wurde wie im letzten Jahr Berliner Nestorenmeister (75+). Kreuzberg wurde mit FM Christian Syré, FM Jürgen Federau und Michael Steiger in der Mannschaftswertung zudem Vize-Meister.

Alle Infos zur BSenEM auf der BSV-Seite


Nestoren unter sich

Berliner Jugendeinzelmeisterschaft: Einmal Silber, zweimal Bronze

Nicht alle Wünsche konnten in Erfüllung gehen, aber doch war die diesjährige Berliner Jugendeinzelmeisterschaft im Ganzen erfolgreich.

Insgesamt gab es für unsere Kinder einmal Silber, zweimal Bronze und 3 Qualifikationsplätze für die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft.

U10

In der u10 waren wir sogar mit 2 Spielern am Start, die sich beide für die Deutsche Jugendmeisterschaft qualifiziert haben. Lukas Stanisic schaffte nach einer Schwächephase im Turnier doch noch, einen begehrten Pokal in Händen zu halten (Platz 3). Tymofii Malyi spielte ein gutes Turnier und schaffte trotz einer Niederlage in der letzten Runde gegen seinen Vereinskameraden Lukas, einen Qualifikationsplatz zu ergattern (4 Plätze in der U10).

U12

Tino Sander, der Vorjahressieger in der U10, musste in diesem Jahr in der U12 spielen und konnte seinen Erfolg fast wiederholen – mit 7 aus 9 schaffte er Platz 2. Einen halben Punkt mehr konnte Rafael Bergmann erspielen, daher der Vizemeistertitel für Tino (und natürlich die Qualifikation für die Deutsche Jugendmeisterschaft.

U14

Arthur Hoppe musste in der U14 einem überragend spielenden Onno Zhang und dem Zweitplatzierten Karl Gersemann, der am Ende nur einen winzigen Sonneborn-Berger-Vorsprung hatte, den Vortritt lassen, daher Platz 3 und der Pokal in Bronze. Hier qualifizieren sich nur 2 Spieler, aber bei dem Ergebnis könnte ein Freiplatzantrag für die Deutsche erfolgreich sein.

U16

Hiroki Mauss hatte sich zum ersten Mal für die BJEM qualifiziert und konnte als Elo-Schwächster in diesem Turnier doch überzeugen: 4 aus 7 und nur einen Punkt Abstand auf Platz 1. Allerdings war er damit nicht allein, sodass die Wertung ihm einen 5. Platz einbrachte.

U18

Momme Held war mit Platz 4 sicher nicht glücklich, zumal er nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Laurin Jahnz die Chance auf einen Platz weiter vorne durchaus gegeben war. Aber auch er war gesundheitlich nicht in Topform.

Turnierseite bei der Schachjugend Berlin

Eindrücke aus dem Turnier

 

 

Bergfest bei der BMM: 6 Siege, 2 Remis und nur 1 Niederlage

Eine Gesamtbilanz, die sich sehen lassen kann.

SCK2 ist weiter voll auf Kurs in Richtung Landesliga. Erneut ein deutlicher und überzeugender Sieg und dabei die Tabellenführung ausgebaut. SCK3 holt einen MP gegen TSG3 und behauptet sich knapp vor den Abstiegsplätzen. Das Ligaorakel tendiert klar pro Klassenerhalt. SCK4 spielt bockstark, gewinnt überraschend und holt wichtige Punkte gegen den Abstieg; kann damit die Abstiegsplätze aber leider nicht verlassen. SCK5 holt im Kampf auf Augenhöhe einen MP und bleibt im Tabellenmittelfeld jenseits von Aufstieg und Abstieg. SCK6 Das sehr junge Team war einmal mehr klarer Außenseiter und musste einmal mehr Lehrgeld bezahlen. Saure-Gurken-Zeit ohne MP. SCK7 gewinnt klar und bleibt knapp Tabellenführer nach Brettpunkten. SCK8 gewinnt klar und schiebt sich damit vom 3. auf den 2. Tabellenplatz, der aktuell ein Aufstiegsplatz wäre. SCK9 gewinnt klar und schiebt sich damit vom 3. auf den 1. Tabellenplatz. SCK10 gewinnt ebenfalls klar und behauptet den 4. Tabellenplatz. Mit nur einem MP Abstand zum Tabellenführer sollte hier noch alles drin sein.

Oberliga Ost: 1. Mannschaft holt 7,5 Brettpunkte, aber nur einen Mannschaftspunkt gegen Rotation Pankow und Görlitz

Neues Jahr, neue Doppelrunde in der Oberliga Ost: Auf Basis der Erfahrungen der letzten Saison machten wir uns bereits am Freitag auf in das doch recht weit entfernte Görlitz, um unser Schachwochenende in vollen Zügen zu genießen. Zugegeben, wir verbrachten etwas mehr Zeit mit der Vorbereitung auf unsere Gegner als mit der fast durchgehend gut restaurierten Architektur der Görlitzer Innenstadt, aber was wir sahen, war beeindruckend. Dank exzellent organisierter Unterkunft und Verpflegung hatten wir viel Zeit für spannende Diskussionen und für die Spielfreudigen unter uns natürlich auch für ein wenig Blitzschach. Manche Spieler konnte so Mut und Selbstvertrauen für den morgigen Spieltag sammeln, andere verzweifelten eher an ihren (fehlenden) Blitzkünsten. Wirklich Mutige machten mitten in der Nacht noch einen kleinen Abstecher über die Grenze nach Polen, nur um nach 2 Polizeikontrollen festzustellen, dass der Schengenraum auch nicht mehr das ist, was er mal war. So oder so, wir waren wie immer bestens vorbereitet.

Samstag: Rotation Pankow

Im Anschluss an morgendliche Spaziergänge (ausnahmsweise nicht nach Polen) wartete mitten im wunderschönen Stadtkern von Görlitz mit Rotation Pankow unser erster Gegner auf uns. Es sollte ein enger Kampf werden, obwohl wir an fast allen Brettern nominell die Underdogs waren.

Gerade an den unteren 5 Brettern schlugen wir uns eigentlich exzellent: Micha an Brett 6 wickelte mit Schwarz souverän in ein ausgeglichenes Endspiel ab und machte ein unkompliziertes Remis. Freddy an Brett 4 stand dagegen in der Eröffnung unter Druck, glich aber in einem damenlosen Mittelspiel halbwegs aus und spielte die Partie sicher bis zum Remis runter. Neben diesen zwei sicheren Remis lieferten die anderen Bretter zumindest zeitweise Gewinnstellungen für Kreuzberg, beginnend mit Julian. Dieser hatte an Brett 7 aus einem Franzosen mit Weiß großen Vorteil nachdem sein Gegner in riskante Theoriegefilde vorgestoßen war. Dieser genoss nach seinem geplanten Qualitätsopfer aber Kompensation, insbesondere durch Julians zur Neige gehende Bedenkzeit. Am Ende wurde die Partie so trotz objektiven Stellungsvorteils Remis. Aarons dominantes Eröffnungsspiel wurde nicht belohnt, da die übers Brett gejagte gegnerische schwarze Dame auch tief im weißen Lager immer wieder ein sicheres Feld fand. Trotz zwischenzeitlichen Gewinns: Wieder Remis. Eindeutiger war Constantins Gewinnstellung. Diese hatte er in einem komplexen Mittelspiel erarbeitet, verpasste aber in Zeitnot mehrfach die richtige Ausfahrt zum Sieg (den berühmten “Cashout”), stand im Endspiel wieder auf Gewinn, nur um sich letztlich den scheinbar riskanten Weg zum Sieg nicht zu trauen und Dauerschach zuzulassen. Nochmal Remis.

IM Szelag – FM Tschernatsch, Schwarz am Zug: Viele Wege führen nach Rom, aber Johannes machte mit 1. … Dh1+, 2. … Dxe4+ und 3. … Txe2+ nach einer langen Partie wohlverdient den Sack zu.

Nach drei verpassten Chancen und fünf Remis verblieben die oberen drei Bretter, welche mit drei Schwarzsiegen enden sollten. Während Robert an Brett 1 in der Eröffnung auf dem falschen Fuß erwischt und von Igor Glek systematisch zusammengeschoben wurde, kämpfte sich Johannes nach starker Partie durch einen langen Grind zum überfälligen Sieg und hielt damit die Kreuzberger Fahne hoch (siehe Diagramm). Leider hatte zuvor Aron an Brett 3 nach guter Eröffnung den Faden, einen Bauern und damit auch die Partie verloren. Der Endstand von 3,5:4,5 bedeutete für uns seine Niederlage mit mehreren unverwandelten Elfmetern, die mindestens der Ausgleich hätten liefern dürfen.

Sonntag: Görlitz

Am nächsten Morgen ewarteten uns die überwiegend mit tschechischen und polnischen Meistern besetzten Görlitzer. Respektable Gegner also, die gegen Rotation früher in der Saison ein überzeugendes 5,5:2,5 geholt hatten. Doch wir ließen uns vom favorisierten Gegner nicht beeindrucken.

Zunächst spielten Micha und Julian unabsichtlich ein kleines Thematurnier im königsindischen Angriff. Micha holte mit Weiß nicht viel aus der Eröffnung und willigte in ein frühes Remis ein, während Julian mit Schwarz lange besser stand, aber später in einem unklaren Turmendspiel ebenfalls Remis annahm. Weiter oben hielt Robert nach optisch zunächst etwas gedrängt aussehender Stellung gegen seinen GM-Gegner Remis. Aron machte ebenfalls mit Schwarz Remis, allerdings nach wesentlich dynamischerem Spiel und eher aus einer Position der Stärke. Johannes zog an Brett 2 gegen seinen GM den Kürzeren, nachdem er sein Läuferpaar aufgab, der entstehende Angriff am Königsflügel aber nicht durchschlug.

Vogel – Vlatavsky, Weiß am Zug: Der Autor dieser Zeilen fand das Qualitätsopfer 1. Txf6 Lxf6 2. Dxf6 Dxf6 3. Txf6 mit Gewinnstellung und Partieende in 5 Zügen. Nicht schwer, aber sehr hübsch.

Am unteren Brett 8 gewann Constantin mit Weiß dank großen Raumvorteils und überzeugendem Qualitätsopfer pünktlich zu Zug 40 seine Partie (siehe Diagramm). Ebenfalls zur Zeitkontrolle hatte Freddy auf einmal eine Mehrfigur gegen 3 Bauern auf dem Brett. Sein langfristiges Bauernopfer in der Eröffnung machte sich bezahlt, und er gewann das Endspiel mit Dame, Springer und fortgeschrittenem Freibauern schnell. Beim Stand von 4:3 wandten sich alle Blicke zu Aaron, der mit Schwarz in der Eröffnung etwas unter Druck stand, aber später komfortabel ausglich. Leider vertat er sich im entstehenden Endspiel mehrfach in Folge, was zum Verlust von 2 Bauern und nach zäher Verteidigung zur Niederlage führte. Der Endstand 4:4 gegen starke Görlitzer ist kein schlechtes Ergebnis, aber da war mehr drin.

Fazit

Insgesamt hatte das Wochenende große Ähnlichkeit zur ersten Doppelrunde, wo wir erst gegen Tegel zahlreiche Chancen zur knappen Niederlage vergeigten, um dann gegen die Schachfreunde knapp am Sieg vorbeizuschlittern. “Und täglich grüßt das Murmeltier” … oder wie Aaron es ausdrückte: Wir waren diese Saison potenziell 3 Brettpunkte davon entfernt, 100% der Mannschaftspunkte zu holen, und hatten alle diese Punkte auch schon auf dem Brett. Positiv betrachtet haben wir also nach geschaffter Halbzeit wahrscheinlich den härtesten Saisonstart der Liga gehabt und bereits gegen die gesamte obere Hälfte der Liga sehr respektabel gespielt. Umgekehrt heißt das, dass ab jetzt jeder Kampf gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf geht. Es bleibt also spannend, auch wenn die nächsten Runde erst Ende Februar ansteht.

Alle Ergebnisse finden sich wie gehabt beim Ergebnisdienst.