Auch der 8.Spieltag war aus Kreuzberger Sicht wieder sehr erfreulich. Mit 7 Mannschaftssiegen und nur 2 Niederlagen setzen die Kreuzberger Mannschaften die freundliche Tendenz der letzten Spieltage fort.
SCK2 setzt die Siegesserie fort und behält die weiße Weste. Damit ist der Aufstieg in die Landesliga nun auch rechnerisch abgesichert. Landesliga – Wir kommen! SCK3 hat sich trotz der Niederlage im Tabellenmittelfeld etabliert. Hier brennt nix mehr an. SCK4 gewinnt knapp mit einem starken Auftritt gegen WeDa3 und holt zwei ganz wichtige Mannschaftspunkte gegen den Abstieg. Gleichzeitig hat Abstiegskonkurrent Makabi im Fernduell hoch verloren. Das LigaOrakel schwenkt zugunsten von SCK4 von 89,2% auf nur noch 36,3% Abstiegswahrscheinlichkeit. Oder was einen Tick freundlicher klingt: schwenkt von 10,8% auf 63,7% Wahrscheinlichkeit pro Klassenerhalt. SCK5 verliert knapp gegen SG Weißensee und verbleibt im sicheren Mittelfeld der Tabelle. SCK6 punktet erneut und hat damit sogar vorzeitig den Klassenerhalt gesichert. Die Mannschaft startete mit 0 von 10 Mannschaftspunkten in die Saison und holte zuletzt 5 von 6 Mannschaftspunkten. Eine Story wie Phönix aus der Asche. Eine schöne Bestätigung für die junge Truppe, die in den Saisons davor zwei Mal direkt hintereinander aufgestiegen ist und sich nun in der 1. Stadtklasse etabliert. SCK7 siegt gegen SG Eckturm und steht vorzeitig als Aufsteiger fest. Der etwas unrühmliche Abstieg der letzten Saison ist damit repariert. SCK8 holt einen Kantersieg gegen Eckturm2 und ist wie SCK9 und SCK10 nach 8 Spieltagen schon mit der Saison durch. Ein vorläufiger 3. Platz ist ein gutes Ergebnis, aber der anvisierte Aufstieg wurde leider verfehlt. SCK9 gewinnt gegen Friedrichshagen3 und guckt sich die Tabelle von oben an. Obwohl die anderen Mannschaften in der Staffel noch ein Spiel austragen, reicht Platz 1 mit 3 MP Vorsprung vor dem Tabellendritten für den vorzeitigen Aufstieg. SCK10 holt einen glatten zu-Null-Sieg gegen TSG9. Die unmittelbaren Aufstiegskonkurrenten auf Platz 2 und 3 müssen am letzten Spieltag gegeneinander spielen und werden sich im direkten Duell gegenseitig die Punkte abnehmen, sodass maximal einer von beiden Konkurrenten an SCK10 vorbeiziehen kann. SCK10 steht daher ebenfalls vorzeitig als Aufsteiger fest.
Anfang dieses Monats wurden nun auch die Berliner Jugendeinzelmeisterschaften der Mädchen beendet – mit zum Teil sehr erfreulichen Ergebnissen für unsere Mädchen:
Berliner Meisterin U18w Madiha bei ihrem ersten Einsatz in der Frauen-Bundesliga
Die Mädchen erobern die Plätze
Die Siegerinnen in der U10w
Die erstplatzierten Mädchen in der U14
Berliner Meisterin U18: Madiha Fock (qualifiziert für die DEM U18w)
Berliner Meisterin U8: Leona Stanisic (Leona war bereits für die DEM U8w qualifiziert)
Berliner Vizemeisterin U10: Marianna Caber (Marianna ist bereits für die DEM U10w nominiert)
In der U14 ist unseren beiden Starterinnen Valerie Komar und Maha Ali leider nicht gelungen, einen der Qualifikationsplätze für die Deutsche Einzelmeisterschaft zu ergattern. Valerie schaffte Platz 3 in einem starken Feld.
Wir gratulieren euch allen und freuen uns mit euch!
In der U18w hatte Madiha relativ leichtes Spiel, da sie sich nur gegen eine Gegnerin durchsetzen musste, der sie vom Rating her deutlich überlegen war. Was ist da los? Warum spielen in dieser Altersklasse so wenig Mädchen?
Leona mit ihrer Mutter – die schon viel Turnierluft mit ihrem ebenfalls erfolgreichen Sohn Lukas geschnuppert hat.
Leona gelang sogar ein Doppelschlag – sie gewann neben der Berliner Meisterschaft auch noch das Frühlingsturnier mit 4,5 aus 5 Punkten. Denn die BEM U8w war in dieses Turnier eingebettet und die Platzierungen bei der BEM errechneten sich aus dem Abschneiden beim Frühlingsturnier. Alle Mädchen hatten allerdings gegeneinander gespielt, sodass sich ein gerechtes Bild ergab. Zwei Mädchen landeten auf Platz 1 und 2 und konnten sich gegen die “männliche” Gegnerschaft durchsetzen. Eine tolle Leistung!
Marianna ist als Deutsche Vizemeisterin U8 schon für die DEM U10w nominiert und spielte in diesem Jahr zum ersten Mal in der höheren Altersklasse in Berlin durchaus erfolgreich und belegte Platz 2. Ein Sieg in der letzten Runde – statt eines Unentschieden – hätte sogar einen weiteren wichtigen Titel eingebracht.
Wie schon in den 2 Runden davor war auch die Gesamtbilanz der 7.Runde wieder überaus erfreulich.
SCK2 pflügt weiter das Feld und behält die weiße Weste. Bisher alle Mannschaftskämpfe gewonnen. Grandios. SCK3 gewinnt erneut und schraubt sich weiter nach vorn ins sichere Mittelfeld der Tabelle. Die Mannschaft hat mit dem Abstieg nun nix mehr zu tun. SCK4 verliert denkbar knapp im direkten Abstiegsduell gegen Narva. Die Mannschaft war in einer Must-Win-Situation und war sehr zuversichtlich, denn Narva stand nach nach 6 Spieltagen mit 0 MP komplett blank da. Einige sehr aussichtsreiche Stellungen wurden nach und nach zum Remis verarbeitet. Da war deutlich mehr drin, aber es sollte nicht sein. SCK5 schafft erneut einen Kantersieg und schiebt sich ins vordere Mittelfeld der Tabelle. SCK6 gelingt als Underdog gegen Caissa ein Remis und tankt weiter Selbstvertrauen. An Brett 8 hat Caissa mit Kanonen auf Spatzen geschossen, indem sie unserem Nachwuchs einen IM vor die Nase gesetzt haben. SCK7 gewinnt weiter während die Aufstiegskonkurrenten schwächeln, was Tabellenplatz 1 mit komfortablen 3 MP Vorsprung bedeutet. SCK8 gewinnt überzeugend gegen Rotation8. Mit der Niederlage in der Runde davor hat sich die Mannschaft die Wurst vom Teller ziehen lassen und den Anschluss an die Aufstiegsplätze verloren. Mannschaftsleiter Helmut sagt allerdings es geht immer noch um die Wurst. So sei es. SCK9 spielt im direkten Aufstiegsduell Remis gegen Rotation7. Das reicht um Tabellenplatz 1 zu verteidigen. SCK10 holt einen deutlichen Sieg gegen Eckbauer3 und verbleibt damit auf einem der Aufstiegsplätze.
Eigentlich sollte sich unsere Mannschaft keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen müssen. In der ersten Hälfte der Saison hatten wir die stärksten Gegner bereits abgehakt und mit einigem Pech “nur” einen Mannschaftssieg und 2 Remis erspielt. Die anderen Underdogs der Liga schlugen sich aber kaum besser, daher war das Ergebnis so durchaus in Ordnung. Umgekehrt bedeutet das für uns, dass die letzten Saisonspiele allesamt gegen direkte Abstiegskonkurrenten sein würden – Pflichtsiege, wenn man die Klasse halten möchte. Angesichts unserer starken Leistung in den letzten Kämpfen eine machbare Aufgabe. Dachten wir zumindest.
Schatten am Samstag: Nickelhütte Aue II
Eigentlich ging es an den unteren Brettern unserer Favoritenrolle entsprechend los: Micha machte nach einer ruhigen Eröffnung mit Weiß früh Remis, während unser starker Neuzugang Stevan nach Schwierigkeiten in der Eröffnung den weißen Damenflügel aufrollte und schnell gewann. Doch an den oberen Brettern zeigten sich die ersten Risse: An Brett 3 weckte die Eröffnungsvariante bei Freddy traumatische Erinnerungen an eine ähnliche Partie aus dem letzten Jahr. Dies veranlasste Freddy zunächst zu merkwürdigen Zügen und später taktischen Patzern, welche ihn nach tapferer Verteidigung letztlich die Partie kosteten. Constantin gewann nach überaggressivem Spiel seines Gegners in der Eröffnung einen Bauern und ging nach einem abwechslungsreichen Mittelspiel in ein leicht besseres Endspiel. Nachdem er mit Weiß seinen 40. Zug gemacht hatte, verließ er kurz das Brett; sein Gegner hatte schließlich noch 2 Minuten für seinen Zug und würde diese sicherlich nutzen. 3 Minuten später kam Constantin zurück und sah seinem Gegner zu, wie dieser die Figuren aufbaute – Verlust auf Zeit! Fun Fact: Das ist damit das dritte Mal innerhalb eines (!) Jahres, dass der Autor dieser Zeilen auf diese Weise im klassischen Schach gewinnt.
Schnabel – Moritz. Aron hatte gerade … Th4+?? gespielt, was nach Kg5 zum sofortigen Partieverlust führte. Nach einem beliebigen Schach findet der König auf h6 sichere Zuflucht und droht ein unausweichliches Matt.
Nach dem 40. Zug liefen also beim Stand von 2,5:1,5 noch 4 Partien mit unklarem Ausgang: Robert stand das langgezogene Mittelspiel über stark unter Druck, spielte aber geschickt auf die knappe Bedenkzeit seines Gegners und rettete sich ins Remis. Johannes probierte nach einer langen Eröffnungsdebatte sein Möglichstes, doch mit nur einem (Doppel-)Bauern mehr am Königsflügel ließ sich im Turmendspiel nichts mehr rausholen. Der Zwischenstand von 3,5 war nicht gut, aber auch keine Katastrophe, unsere beiden (A-)Arons spielten ja noch. Beide Endspiele waren umkämpft, doch trotz aller Versuche konnte Aaron an Brett 5 keinen Vorteil erspielen. Er lehnte verschiedene Möglichkeiten zur Zugwiederholung ab, was die Stellung sicherlich auch erlaubte. Zumindest so lange, bis Aaron einen Bauern zu viel nahm und ein gegnerischer Freibauer zusammen mit dem schwarzen König Mattdrohungen schuf. Der notwendige Turmtausch zur Abwendung des Mattnetzes kostete die Umwandlung des besagten Freibauerns und damit die Partie. 3,5:3,5.
Alle noch anwesenden Augen richteten sich auf Arons Partie am 3. Brett. In einem langen Schwerfigurenendspiel mit Dame und Turm stand der schwarze König von Aron zwar ständig unter Druck, doch Aron befreite seine Dame und fraß sich durch den weißen Damenflügel. Sein Gegner musste umschalten, Arons Freibauern am Damenflügel neutralisieren und fand sich plötzlich in einem Endspiel mit Minusbauern wieder, in dem Arons König dank besserer Bauernstruktur auch noch besser vor Schachs geschützt war. Die Stellung blieb remisträchtig, doch nach langem Manövrieren brachte Aron endlich Dame und Turm gegen den weißen König in Stellung. Der finale Angriff jagte den gegnerischen König zwar übers Brett, dieser spannte aber tatsächlich ein Mattnetz gegen Arons König (siehe Diagramm). Endstand 3,5:4,5. Innerhalb von 5 Minuten drehte sich das ganze Match. Der Schock saß tief. Eigentlich hatten wir 4,5 Punkte sicher, wenn wir in den letzten beiden Partien einfach Remis machen. Praktisch weiß keiner der beiden, wie die jeweils andere Partie ausgeht – und spielt stellungsgerecht weiter auf Sieg. Und verliert man als Favorit unglücklich gegen kämpferische Underdogs.
Licht am Sonntag: König Plauen
Nach dem Schrecken vom Vortag blieb wenig Zeit, um sich mental zu erholen. Was wir gegen König Plauen ablieferten, spricht daher für die mentale Stärke unseres Teams: Ein eingewechselter Max machte ein frühes Remis, gefolgt von einem ordentlichen GM-Remis von Robert. Aaron erholte sich gut von seinem gestrigen Debakel, bereitete die Eröffnung seines Gegners fast bis zum Sieg vor und gewann ohne Probleme.
Hörr – Vogel. Schwarz hatte 6 Züge zuvor die Qualität geopfert und gerade in aller Ruhe 22. … Te8 gespielt. Es drohen u.A. Sxf3 oder h4. Weiß hat kaum sinnvolle Züge und konnte nach 23. Lg2 Lxg2 24. Kxg2 Dg4! dem Mattangriff nichts entgegensetzen.
Die weiteren Partien liefen hingegen bis tief in die Zeitnotphase. Johannes zog leider in einer dynamischen Stellung mit gedeckten Freibauern auf beiden Seiten den Kürzeren. Dafür spielte Constantin eine scharfe Eröffnung ambitioniert weiter, opferte seelenruhig eine Qualität für langfristigen Königsangriff und jagte den gegnerischen König bis zu seinem Ende auf h7 (siehe Diagramm). Freddy verteidigte sich derweil souverän mit Schwarz und fand trotz Zeitnot den sicheren Weg ins Remis. Die kritische Partie lieferte damit erneut Aron, dessen Isolanistellung in kürzester Zeit explodierte. Figuren hingen im Zentrum wild durcheinander, doch sein Gegner ließ kurz seine Grundreihe ungedeckt, was Aron taktisch sauber ausnutzte und Material gewinnen konnte … bis vor Erreichung von Zug 40 auf der Uhr seines Gegners die kleine Flagge aufblinkte und Kreuzberg zum 2. Mal dieses Wochenende auf Zeit gewann. Egal wie, nach dem Vortag nehmen wir die 4,5 Punkte. Den Abschluss legte Micha hin, der sich in einer sehr taktisch dominierten Partie bestens zurechtfand und nach Zug 40 eigentlich leicht besser stand, dann aber ein Dauerschach zulassen musste. Mit dem Endstand von 5:3 können wir sehr zufrieden sein. Die Erleichterung nach dem Kampf war bei allen spürbar.
Ausblick: Kreuzberg im Abstiegskampf
Doch was heißt das für unsere letzten beiden Runden in Leipzig am 18./19. April? Es wird diese Saison voraussichtlich 4 Absteiger geben. Vermutlich stellt es einen Designfehler der Oberliga Ost dar, wenn jede Saison potenziell fast die Hälfte aller Teams absteigt, aber daran können wir nichts ändern. Die Frage ist, welche 4 Teams wir hinter uns lassen. Die Antwort darauf ist recht schnell gegeben: Weisse Dame, Aue und Plauen sind mit Blick auf die Tabelle quasi schon abgestiegen. Bleiben also noch Löberitz und Leipzig, gegen die wir passenderweise auch noch direkt antreten dürfen. Der aktuelle Tabellenstand und auch die Spielstärke beider Teams legen nahe, dass der Mannschaftskampf gegen Löberitz entscheidend wird. In der letzten Runde dürfte Löberitz gegen Weisse Dame gute Chancen haben, während wir gegen Leipzig nicht sicher mit Mannschaftspunkten rechnen können. Da unsere Brettpunkte gut sind, sollten wir nur absteigen, wenn Löberitz gegen uns gewinnt und gegen Weiße Dame mindestens Remis holt, während wir gegen Leipzig verlieren. Umgekehrt heißt das: Uns sollte ein Remis gegen Löberitz eigentlich reichen. Und wenn wir den Kürzeren ziehen, können wir das Blatt noch durch einen Sieg gegen Gastgeber Leipzig wenden. Die Aussichten sind dank des Sieges gegen Plauen gut, aber es wird mindestens am Samstag ein hochspannendes Match werden. Die aktuelle Tabelle nach der 8. Runde (mehr Infos wie üblich beim Ergebnisdienst)
SCK2 bleibt bei 100% und ist weiter voll auf Kurs in Richtung Landesliga. Die Tabellenspitze mit mittlerweile 4 Mannschaftspunkten Vorsprung fühlt sich sehr komfortabel an. SCK3 gelingt im direkten Kellerduell ein Kantersieg gegen die SF5 und schafft damit einen kleinen Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg. Mit 3 Mannschaftspunkten Luft vor den Abstiegsplätzen kann die Mannschaft dem Restprogramm nun deutlich gelassener entgegen sehen. SCK4 kommt gegen Empor leider unter die Räder und kann im Abstiegskampf keinen Boden gutmachen. SCK5 schafft einen Kantersieg gegen Fredersdorf und verbleibt im sicheren Mittelfeld der Tabelle. SCK6 tankt Selbstvertrauen mit dem ersten und zugleich deutlichen Sieg der Saison und darf plötzlich ganz realistisch wieder auf Klassenerhalt hoffen. Die Tabellenkonstellation ist sehr günstig für SCK6. Drei weitere Mannschaften haben ebenfalls nur 2 Mannschaftspunkte, sodass die 2 MP zusammen mit den Brettpunkten aktuell für Tabellenplatz 8 reichen. Hier scheint wieder alles möglich. SCK7 gewinnt und holt Big-Points gegen den direkten Aufstiegskonkurrenten SF6. Der Spieltag verlief perfekt für die Mannschaft, da auch der zweite unmittelbare Aufstiegskonkurrent verliert. Mission Aufstieg wird lebendiger. SCK8 verliert denkbar knapp und verliert damit den Anschluss an die Aufstiegsplätze. SCK9 gewinnt klar und verteidigt den 1. Tabellenplatz. SCK10 gewinnt ebenfalls klar und schiebt sich auf einen der Aufstiegsplätze.
In aller Kürze: Vor etwas mehr als einer Woche ging die BSenEM zu Ende. Mit dabei wieder zahlreiche Kreuzberger. FM Jürgen Federau wurde wie im letzten Jahr Berliner Nestorenmeister (75+). Kreuzberg wurde mit FM Christian Syré, FM Jürgen Federau und Michael Steiger in der Mannschaftswertung zudem Vize-Meister.
Nicht alle Wünsche konnten in Erfüllung gehen, aber doch war die diesjährige Berliner Jugendeinzelmeisterschaft im Ganzen erfolgreich.
Insgesamt gab es für unsere Kinder einmal Silber, zweimal Bronze und 3 Qualifikationsplätze für die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft.
U10: Lukas mit Timofii auf Platz 3 und 4
U12: Tino mt Silber
U14: Arthur mit Bronze
U16: Hiroki auf Platz 5
U18: Momme auf Platz 4
U10
In der u10 waren wir sogar mit 2 Spielern am Start, die sich beide für die Deutsche Jugendmeisterschaft qualifiziert haben. Lukas Stanisic schaffte nach einer Schwächephase im Turnier doch noch, einen begehrten Pokal in Händen zu halten (Platz 3). Tymofii Malyi spielte ein gutes Turnier und schaffte trotz einer Niederlage in der letzten Runde gegen seinen Vereinskameraden Lukas, einen Qualifikationsplatz zu ergattern (4 Plätze in der U10).
U12
Tino Sander, der Vorjahressieger in der U10, musste in diesem Jahr in der U12 spielen und konnte seinen Erfolg fast wiederholen – mit 7 aus 9 schaffte er Platz 2. Einen halben Punkt mehr konnte Rafael Bergmann erspielen, daher der Vizemeistertitel für Tino (und natürlich die Qualifikation für die Deutsche Jugendmeisterschaft.
U14
Arthur Hoppe musste in der U14 einem überragend spielenden Onno Zhang und dem Zweitplatzierten Karl Gersemann, der am Ende nur einen winzigen Sonneborn-Berger-Vorsprung hatte, den Vortritt lassen, daher Platz 3 und der Pokal in Bronze. Hier qualifizieren sich nur 2 Spieler, aber bei dem Ergebnis könnte ein Freiplatzantrag für die Deutsche erfolgreich sein.
U16
Hiroki Mauss hatte sich zum ersten Mal für die BJEM qualifiziert und konnte als Elo-Schwächster in diesem Turnier doch überzeugen: 4 aus 7 und nur einen Punkt Abstand auf Platz 1. Allerdings war er damit nicht allein, sodass die Wertung ihm einen 5. Platz einbrachte.
U18
Momme Held war mit Platz 4 sicher nicht glücklich, zumal er nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Laurin Jahnz die Chance auf einen Platz weiter vorne durchaus gegeben war. Aber auch er war gesundheitlich nicht in Topform.
SCK2 ist weiter voll auf Kurs in Richtung Landesliga. Erneut ein deutlicher und überzeugender Sieg und dabei die Tabellenführung ausgebaut. SCK3 holt einen MP gegen TSG3 und behauptet sich knapp vor den Abstiegsplätzen. Das Ligaorakel tendiert klar pro Klassenerhalt. SCK4 spielt bockstark, gewinnt überraschend und holt wichtige Punkte gegen den Abstieg; kann damit die Abstiegsplätze aber leider nicht verlassen. SCK5 holt im Kampf auf Augenhöhe einen MP und bleibt im Tabellenmittelfeld jenseits von Aufstieg und Abstieg. SCK6 Das sehr junge Team war einmal mehr klarer Außenseiter und musste einmal mehr Lehrgeld bezahlen. Saure-Gurken-Zeit ohne MP. SCK7 gewinnt klar und bleibt knapp Tabellenführer nach Brettpunkten. SCK8 gewinnt klar und schiebt sich damit vom 3. auf den 2. Tabellenplatz, der aktuell ein Aufstiegsplatz wäre. SCK9 gewinnt klar und schiebt sich damit vom 3. auf den 1. Tabellenplatz. SCK10 gewinnt ebenfalls klar und behauptet den 4. Tabellenplatz. Mit nur einem MP Abstand zum Tabellenführer sollte hier noch alles drin sein.
Neues Jahr, neue Doppelrunde in der Oberliga Ost: Auf Basis der Erfahrungen der letzten Saison machten wir uns bereits am Freitag auf in das doch recht weit entfernte Görlitz, um unser Schachwochenende in vollen Zügen zu genießen. Zugegeben, wir verbrachten etwas mehr Zeit mit der Vorbereitung auf unsere Gegner als mit der fast durchgehend gut restaurierten Architektur der Görlitzer Innenstadt, aber was wir sahen, war beeindruckend. Dank exzellent organisierter Unterkunft und Verpflegung hatten wir viel Zeit für spannende Diskussionen und für die Spielfreudigen unter uns natürlich auch für ein wenig Blitzschach. Manche Spieler konnte so Mut und Selbstvertrauen für den morgigen Spieltag sammeln, andere verzweifelten eher an ihren (fehlenden) Blitzkünsten. Wirklich Mutige machten mitten in der Nacht noch einen kleinen Abstecher über die Grenze nach Polen, nur um nach 2 Polizeikontrollen festzustellen, dass der Schengenraum auch nicht mehr das ist, was er mal war. So oder so, wir waren wie immer bestens vorbereitet.
Samstag: Rotation Pankow
Im Anschluss an morgendliche Spaziergänge (ausnahmsweise nicht nach Polen) wartete mitten im wunderschönen Stadtkern von Görlitz mit Rotation Pankow unser erster Gegner auf uns. Es sollte ein enger Kampf werden, obwohl wir an fast allen Brettern nominell die Underdogs waren.
Gerade an den unteren 5 Brettern schlugen wir uns eigentlich exzellent: Micha an Brett 6 wickelte mit Schwarz souverän in ein ausgeglichenes Endspiel ab und machte ein unkompliziertes Remis. Freddy an Brett 4 stand dagegen in der Eröffnung unter Druck, glich aber in einem damenlosen Mittelspiel halbwegs aus und spielte die Partie sicher bis zum Remis runter. Neben diesen zwei sicheren Remis lieferten die anderen Bretter zumindest zeitweise Gewinnstellungen für Kreuzberg, beginnend mit Julian. Dieser hatte an Brett 7 aus einem Franzosen mit Weiß großen Vorteil nachdem sein Gegner in riskante Theoriegefilde vorgestoßen war. Dieser genoss nach seinem geplanten Qualitätsopfer aber Kompensation, insbesondere durch Julians zur Neige gehende Bedenkzeit. Am Ende wurde die Partie so trotz objektiven Stellungsvorteils Remis. Aarons dominantes Eröffnungsspiel wurde nicht belohnt, da die übers Brett gejagte gegnerische schwarze Dame auch tief im weißen Lager immer wieder ein sicheres Feld fand. Trotz zwischenzeitlichen Gewinns: Wieder Remis. Eindeutiger war Constantins Gewinnstellung. Diese hatte er in einem komplexen Mittelspiel erarbeitet, verpasste aber in Zeitnot mehrfach die richtige Ausfahrt zum Sieg (den berühmten “Cashout”), stand im Endspiel wieder auf Gewinn, nur um sich letztlich den scheinbar riskanten Weg zum Sieg nicht zu trauen und Dauerschach zuzulassen. Nochmal Remis.
IM Szelag – FM Tschernatsch, Schwarz am Zug: Viele Wege führen nach Rom, aber Johannes machte mit 1. … Dh1+, 2. … Dxe4+ und 3. … Txe2+ nach einer langen Partie wohlverdient den Sack zu.
Nach drei verpassten Chancen und fünf Remis verblieben die oberen drei Bretter, welche mit drei Schwarzsiegen enden sollten. Während Robert an Brett 1 in der Eröffnung auf dem falschen Fuß erwischt und von Igor Glek systematisch zusammengeschoben wurde, kämpfte sich Johannes nach starker Partie durch einen langen Grind zum überfälligen Sieg und hielt damit die Kreuzberger Fahne hoch (siehe Diagramm). Leider hatte zuvor Aron an Brett 3 nach guter Eröffnung den Faden, einen Bauern und damit auch die Partie verloren. Der Endstand von 3,5:4,5 bedeutete für uns seine Niederlage mit mehreren unverwandelten Elfmetern, die mindestens der Ausgleich hätten liefern dürfen.
Sonntag: Görlitz
Am nächsten Morgen ewarteten uns die überwiegend mit tschechischen und polnischen Meistern besetzten Görlitzer. Respektable Gegner also, die gegen Rotation früher in der Saison ein überzeugendes 5,5:2,5 geholt hatten. Doch wir ließen uns vom favorisierten Gegner nicht beeindrucken.
Zunächst spielten Micha und Julian unabsichtlich ein kleines Thematurnier im königsindischen Angriff. Micha holte mit Weiß nicht viel aus der Eröffnung und willigte in ein frühes Remis ein, während Julian mit Schwarz lange besser stand, aber später in einem unklaren Turmendspiel ebenfalls Remis annahm. Weiter oben hielt Robert nach optisch zunächst etwas gedrängt aussehender Stellung gegen seinen GM-Gegner Remis. Aron machte ebenfalls mit Schwarz Remis, allerdings nach wesentlich dynamischerem Spiel und eher aus einer Position der Stärke. Johannes zog an Brett 2 gegen seinen GM den Kürzeren, nachdem er sein Läuferpaar aufgab, der entstehende Angriff am Königsflügel aber nicht durchschlug.
Vogel – Vlatavsky, Weiß am Zug: Der Autor dieser Zeilen fand das Qualitätsopfer 1. Txf6 Lxf6 2. Dxf6 Dxf6 3. Txf6 mit Gewinnstellung und Partieende in 5 Zügen. Nicht schwer, aber sehr hübsch.
Am unteren Brett 8 gewann Constantin mit Weiß dank großen Raumvorteils und überzeugendem Qualitätsopfer pünktlich zu Zug 40 seine Partie (siehe Diagramm). Ebenfalls zur Zeitkontrolle hatte Freddy auf einmal eine Mehrfigur gegen 3 Bauern auf dem Brett. Sein langfristiges Bauernopfer in der Eröffnung machte sich bezahlt, und er gewann das Endspiel mit Dame, Springer und fortgeschrittenem Freibauern schnell. Beim Stand von 4:3 wandten sich alle Blicke zu Aaron, der mit Schwarz in der Eröffnung etwas unter Druck stand, aber später komfortabel ausglich. Leider vertat er sich im entstehenden Endspiel mehrfach in Folge, was zum Verlust von 2 Bauern und nach zäher Verteidigung zur Niederlage führte. Der Endstand 4:4 gegen starke Görlitzer ist kein schlechtes Ergebnis, aber da war mehr drin.
Fazit
Insgesamt hatte das Wochenende große Ähnlichkeit zur ersten Doppelrunde, wo wir erst gegen Tegel zahlreiche Chancen zur knappen Niederlage vergeigten, um dann gegen die Schachfreunde knapp am Sieg vorbeizuschlittern. “Und täglich grüßt das Murmeltier” … oder wie Aaron es ausdrückte: Wir waren diese Saison potenziell 3 Brettpunkte davon entfernt, 100% der Mannschaftspunkte zu holen, und hatten alle diese Punkte auch schon auf dem Brett. Positiv betrachtet haben wir also nach geschaffter Halbzeit wahrscheinlich den härtesten Saisonstart der Liga gehabt und bereits gegen die gesamte obere Hälfte der Liga sehr respektabel gespielt. Umgekehrt heißt das, dass ab jetzt jeder Kampf gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf geht. Es bleibt also spannend, auch wenn die nächsten Runde erst Ende Februar ansteht.
Unkraut vergeht nicht – und unsere leidgeprüfte erste Mannschaft hat das Siegen nicht verlernt. Nach einer langen Durststrecke in der 2. Bundesliga und im September waren wir am Sonntag endlich mal wieder Favorit statt Underdog. In der sehr starken Oberliga Ost sollten wir solche Kämpfe wie der gegen Weiße Dame aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein Abstieg ist nicht ausgeschlossen und jeder Punkt lässt uns die Kämpfe und potenziellen Niederlagen gegen die Topmannschaften etwas entspannter angehen.
Weiß am Zug: Was musste Aron hier im Voraus berechnet haben, um seine Figuren zu retten? Warum scheitert 1.Lxf8?
Apropos entspannt: Im Kampf gegen Weisse Dame zeichnete sich früh ab, dass wir unserer Favoritenrolle auch nachkommen würden. Die hinteren Bretter legten dabei gut vor. Max gewann an Brett 7 mit unkonventioneller Eröffnung und seinem typisch schnellen Spiel schon recht früh einen Bauern und nach Zeitnotpatzer seine Partie. Während sein Gegner vom Inkrement lebte, blitze Max mit über einer Stunde Bedenkzeit seine famosen Züge fröhlich bis zum Sieg runter. Julian investierte an Brett 8 etwas mehr Zeit und erreichte eine symmetrische Stellung, in der er jedoch mit Schwarz 2 volle Tempi mehr besaß. Diesen Vorteil wandelte er prompt in einen Bauern, Figurenspiel und ein engmaschiges Mattnetz um. Zeitgleich standen wir an fast allen anderen Brettern gut bis komplett gewonnen, den nächsten Punkt machte Aron an Brett 3 aber erst in der Zeitnotphase kurz vor Zug 40. Er hatte eine oberflächlich ruhige, positionell saubere, aber letztlich sehr taktische Partie mit vielen kleinen Feinheiten gespielt (siehe Diagramm). Mit geschwächtem König und schlechteren Figuren sah sein Gegner in akuter Zeitnot seine letzte Chance in einem hochspekulativen Turmopfer, das den weißen König freilegte, jedoch Aron überhaupt nicht aus der Ruhe brachte. Zur Zeitkontrolle stand es damit 3:0. Als Freddy dann an Brett 4 seine etwas missglückte Eröffnung durch aktives Spiel im Endspiel zum Remis rettete, löste er damit auch die einzige Stellung auf, in der wir überhaupt deutlich schlechter standen. Aaron konnte an Brett 5 aus seiner Eröffnung keinen substanziellen Vorteil gewinnen und war nach einer geschickten Abwicklung seines Gegners in ein elementares Turmendspiel mit seinem schnell folgenden Remis nicht völlig unzufrieden.
Johannes dominiert mit Schwarz das Brett und hat die gegnerische Dame auf h1 gedrängt …… um dann später im Endspiel den weißen König auf h1 einzusperren. Weiß hatte keine sinnvollen Züge mehr und gab auf.
Drei Partien liefen damit beim Stand von 4:1 noch, wobei Robert und Johannes an den vorderen beiden Brettern völlig dominant standen und den Mannschaftssieg sichern sollten. Johannes stand in seiner Partie zwar ab ca. Zug 15 auf Gewinn und verbannte die weiße Dame ansehlich nach h1, erlaubte seinem Gegner später aber ein praktisch sinnvolles Befreiungsopfer von zwei Figuren gegen Turm und zwei Bauern samt Abtausch in ein Endspiel. Mit bester Verteidigung hätte sein Gegner noch einige Probleme stellen können, gab aber stattdessen nach einer Partie in permanenter Zeitnot einen seiner Bauern zu leichtfertig ab und erlaubte nunmehr ein Gefängnis für seinen König auf h1 (siehe Diagramm). In späteren Analysen wurde der korrekte Zeitpunkt für den „Cashout“ debattiert, an dem Johannes seinen positionellen Vorteil durch Materialgewinn realisieren hätte können – doch das hätte uns die schöne Schlussstellung verwehrt. Robert gewann eine langsame, wunderschön positionelle Partie, in der er dank geschlossenem Zentrum und Raumvorteil ein volles Brett dominierte. Beide Seiten stellen abwechselnd Drohungen auf, doch während Roberts Figuren immer aktiver wurden und schnell den Flügel wechseln konnten, standen die seines Gegners zunehmend passiv auf der achten Reihe. Den Endstand von 6,5:1,5 besiegelte Stevan an Brett 6, der in seinem Debut für Kreuzberg ein langes Endspiel mit kleinem Vorteil zu konvertieren versuchte, sich am Ende aber mit Remis zufriedengeben musste. Die Einzelergebnisse finden sich wie immer beim Ergebnisdienst.
Work hard, play hard. Oder zumindest feiert man den Mannschaftssieg und genießt den Weihnachtsmarkt. In diesem Fall (v.l.): Aron, Julian, Freddy, Consti (nur Kiebitz), (Doppel-)Aaron und Robert.
Fazit des Spieltages: Zwei Schwarzremis, ein Weißremis und ansonsten fünf völlig einseitige Gewinnpartien tun der Kreuzberger Seele gut, auch wenn es „nur“ ein Pflichtsieg im potenziellen Abstiegskampf war. Zahlreiche Partien und Eröffnungsfeinheiten wurden beim anschließenden Essen ausführlich analysiert und der Sieg mit einem kleinen Abstecher auf den Charlottenburger Weihnachtsmarkt gebührlich gefeiert. Der vielbeschworene Teamgeist unserer jungen, spielstarken Truppe war wieder spürbar (falls er je weg war), genau wie die Vorfreude auf unsere Doppelrunde in Görlitz im Januar. So kann das Schachjahr 2026 kommen!
Der 3. Spieltag war in der Gesamtschau kein guter Spieltag für Kreuzberg. 6 Niederlagen und nur 2 Mannschaftssiege sowie 1 Remis. Nach einem Drittel der Saison zeichnen sich erste Tendenzen ab. Aber seht selbst:
Auf in die neue Saison heißt es für den SCK – und auf in eine neue Liga! Nach unserem knappen Abstieg aus der 2. Bundesliga finden wir uns nun in der neuen, deutlich stärkeren Oberliga Ost wieder. Trotz vieler nominell spielstärkerer Mannschaften (Görlitz, Rotation, Schachfreunde, Tegel …) ist uns immer noch nicht klar, ob wir um den Aufstieg, gegen den Abstieg oder einfach für ein gutes Ergebnis gegen gute Gegner spielen. Auch wir konnten schließlich unsere Mannschaft um unsere neue #2, Johannes Tschernatsch, sowie zahlreiche neue Ersatzleute verstärken.
Samstag, 1. Spieltag: Tegel I
Gleich an den ersten beiden Spieltagen sollte unsere neugewonnene Spielstärke getestet werden. Im Heimkampf in Kreuzberg hatten wir Samstag zunächst Tegel, dann Sonntag die Schachfreunde zu Gast. Ein Großteil unserer Mannschaft bestand aus bekannten Gesichtern, aber Johannes und Jungtalent Arthur Hoppe legten gegen Tegel ihr Debut in der ersten Mannschaft hin. Arthur hatte beim Kreuzberger Sommer ein extrem starkes Turnier hingelegt und zeigte auch gegen Tegel, warum sich seine Gegner vor ihm und seinem schnellen Spiel zu fürchten haben. Nach einem frühen Damentausch spielte er mit Weiß an Brett 8 ein gutes Mittelspiel gegen hängende Bauern, verlor dann aber selbst einen Bauern und konnte das Turmendspiel nicht mehr halten. Dafür spielte Johannes an Brett 2 sehenswertes Angriffsschach samt Figurenopfer gegen die schwarze Königsstellung, das vielleicht nicht immer ganz korrekt, aber am Ende doch durchschlagend war. Ein sehr gelungener Einstand! Robert zeigte an Brett 1 derweil, wie entspannt man mit Schwarz Remis halten kann. Rund um die Zeitkontrolle hatten wir also den respektable Zwischenstand von 1,5:1,5 erkämpft – kein schlechter Start. Und in allen verbleibenden Partien standen wir mindestens ausgelichen, an den meisten sogar besser.
Nach Zug 40 waren die Aussichten sogar noch schöner: Aaron hatte an Brett 4 zwar eine Figur und seinen Vorteil verloren, kämpfte aber noch tapfer um das Remis. Auch wenn seine Bemühungen letztlich vergebens waren, hatten wir ansonsten inzwischen vielversprechende Stellungen auf dem Brett. Doch es war wie verflucht und eine Partie nach der anderen kippte: Freddy und Micha hatten mit Schwarz an Brettern 3 und 5 jeweils im Endspiel einen glatten Bauern mehr, konnten am Ende aber nur Remis sichern. Beide hatten auf Basis von Erinnerung (Freddy) und Vorbereitung (Micha) starke Eröffnungen gespielt, aber das letzte Quäntchen Glück war nicht auf unserer Seite. Das wäre normalerweise auch nicht nötig gewesen, da Julian und Constantin an Brettern 7 und 8 glatte Gewinnstellungen auf dem Brett hatten. Bei Julian dominierten seine Schwerfiguren und Freibauern in komplexer, offener Stellung das Brett, während Constantin sich in Seelenruhe 4 verbundene Freibauern gegen eine Figur rausgespielt hatte. Leider wurden aus Julians Matt in 11 und Constantins Abwicklung in ein gewonnenes Endspiel mit Mehrfigur nach jeweiligem Kollaps zwei Niederlagen, die den Endstand in ein 2,5:5,5 mit Mannschaftssieg für Tegel verwandelten. Manch einer unserer Spieler konnte es nicht fassen, denn selbst die Tegeler hatten zwischenzeitlich fast alle Hoffnungen fahren lassen. Da war mehr drin, und Sonntag warteten die mindestens ebenso gefährlichen Schachfreunde II.
Sonntag, 2. Spieltag: Schachfreunde II
Neues Spiel, neues Glück. Am Sonntag hatten wir mit leicht anderer Aufstellung (Max statt Arthur) wieder eine Menge attraktives Schach vor uns. Constantin machte mit Schwarz ein schnelles, unaufgeregtes Remis. Doch das sollte die einzige ruhige Partie des Tages bleiben: Freddy spielte eine positionell wie taktisch starke Partie, verteidigte seinen König sauber und gewann ebenso wie Aaron, der das ungenaue Eröffnungsspiel seines Gegners brutal bestrafte und nach Nimzoindisch in einer Art Traum-Benoni landete. Julian versuchte ebenfalls in der Eröffnung zu brillieren, scheiterte aber mit seinem positionellen Bauernopfer an der resilienten Verteidigung seines Gegners. Johannes spielte mal wieder eine hochtaktische Partie mit höchst ungewöhnlicher Bauernkonstellation (zwei verschränkte Doppelbauern auf der a-Linie), stand zwischenzeitlich sogar besser, vergab aber seine dynamischen Vorteile in Zeitnot und verlor. Der Zwischenstand von 2,5:2,5 ließ alle Blicke zu den Brettern von Max, Micha und Robert wandern. Max spielte mit Schwarz eine irre Partie, in der seine geringe Vorliebe für Eröffnungstheorie mit schnellem und selbstbewussten Spiel ausgeglichen wurde. Zwischenzeitlich stand er zwar fast Matt, holte aber mit Dame gegen Türme das Maximum raus und schlug mit gewagtem Königsmarsch über das ganze Brett seinen von ständiger Zeitnot geplagten Gegner GM Polzin. Micha hielt in einer fast ebenso wilden beidseitigen Angriffspartie mit gegenseitiger Rochade souverän Remis gegen das gegnerische Läuferpaar und sicherte das Mannschaftsremis. Robert, der mit Weiß aus der Eröffnung heraus ca. 20 Züge lang durchgehend auf Gewinn oder zumindest dominant besser stand, verlor rund um Zug 40 einen Bauern, während sein Gegner schnell einen gedeckten Freibauern formte. Etliche Fans schauten dem entstehenden Endspielkrimi zu, doch trotz starker Blockadestellung konnte er die Stellung nicht halten: Er gewann nach langem Spiel in Zeitnot zwar seinen Bauern zurück und rechnete sich vielleicht gerade wieder Chancen aus, als sein Gegner mit Dame und Springer ein feines Mattnetz sponn. Der Endstand 4:4 gegen starke Gegner wäre unter normalen Umständen ein Ergebnis zum Feiern gewesen, doch nach der unverdienten Niederlage vom Vortag war auch hier wieder mehr drin.
Ausblick
Statt nur einen Mannschaftspunkt hätten wir dieses Wochenende locker 2, 3 oder gar 4 Punkte erspielen können. Ein bisschen Frust darf da erlaubt sein. Aber hinsichtlich der eingangs gestellten Frage haben wir nun zumindest mehr Klarheit: Nach den Ergebnissen von Spieltagen 1 und 2 gehen unsere Aufstiegschancen zwar gegen 0, aber mit einer so guten Form brauchen wir wahrscheinlich auch den Abstieg nicht zu fürchten. Obendrein haben wir uns dabei unseren sagenumwobenen Spielspaß und die gute Laune erhalten, wie viele kleine Beobachtungen zeigen: Max und Freddy, die sich kurz vor der Runde nach dem Datum fragen (“Freddy?” – “Schmetti?”- “28ste?”). Das bestärkende, energiegeladene Einschwören der Mannschaft durch Mannschaftsführer Julian vor Runde. Das gemeinsame Abschlussessen am Sonntag, bei dem die Verlierer ob ihrer Patzer aufgepeppelt und die Sieger für ihre Brillianz (bzw. die Patzer der Gegner) gefeiert werden. Die Partien “Hidden Queen” nach der Runde (sehr lustiger Modus, nachzulesen z.B. unter: https://www.phantomchess.in/rules).
Alles in allem bleibt unsere Vorfreude auf die Saison und unser Teamgeist also ungebrochen, oder wie Julian zusammenfassend sagen würde: Nur der SCK!
Letzten Samstag fand die BSEM und am Sonntag die BSMM statt. Unter den 85 Teilnehmern bei der BSEM waren immerhin 11 Kreuzberger. In der Setzliste war FM Alexander Kurz an Nr. 10 der beste Kreuzberger und damit im erweiterten Favoritenkreis. Ins Rampenlicht gespielt, hat sich allerdings ein anderer Kreuzberger: Immer an den vorderen Brettern zu finden war Ephraim Rosenstock. Ephraim wer? Ein 16-jähriger US-Amerikaner für einige Wochen in Deutschland zu Besuch und für diese Zeit Mitglied beim SC Kreuzberg. Ein absoluter Schachenthusiast. Er landete mit 5/7 Punkten und einer Elo-Performance von 2246 auf einem starken 7. Platz. Wären da nicht die Hummeln im Hintern, dann wäre vielleicht sogar noch ein bisschen mehr drin gewesen. Wer so stark spielt, soll natürlich in der Mannschaft möglichst weit vorn spielen. Ein Blick auf sein US-Rating (2184) und seine Blitz-Elo (2650) bei chess.com bestätigt, dass die erspielte Performance keine Eintagsfliege war. BSEM Turniertabelle
Womit ich direkt bei der BSMM am Sonntag bin. Wir waren mit 3 Mannschaften am Start. Die BuLi-Truppe SCK1 mit Max Mätzkow, Aron Moritz, Aaron Matthes und Constantin Vogel. SCK2 mit Ephraim Rosenstock, Alexander Kurz, Klaus Lehmann, Mustafa Inkaya und Michael Ziems. SCK3 mit Jens Kutschke, Timo Boldt, Yogesh Bedekar, Helmut Bernhofen und Arthur Fieger. Die Rollen waren vorab einigermaßen klar verteilt. SCK1 mischt ganz vorn mit. SCK2 und SCK3 spielen frei auf nach dem Motto: Erlebnis vor Ergebnis. Für SCK1 lief es zunächst gut. Vor der Schlussrunde stand SCK1 mit 10 Mannschaftspunkten auf dem alleinigen 2. Tabellenplatz und 2 Mannschaftspunkten Vorsprung vor mehreren Teams mit 8 Mannschaftspunkten. In der 7. Runde war dann Zehlendorf der Gegner. Es sah danach aus als könnte Kreuzberg erneut Vize-Meister werden und konnte es aus eigener Kraft schaffen. Leicht favorisiert ging es gegen Zehlendorf ans Werk. Aber es sollte leider nicht sein. Das Match ging mit 1,5:2,5 knapp verloren. Durch die Schlussrundenniederlage blieb für SCK1 nur der trostlose 5. Platz. Und zur Überraschung aller Kreuzberger landete SCK2 sogar noch vor SCK1 auf dem 4. Platz. Dazu beigetragen haben die Brettpunkte mit deutlich über 50% von Ephraim (5/7), Klaus (5/7), Mustafa (4/6) und vom Berichterstatter als Ersatzspieler (1,5/2). SCK1 und SCK2 am Ende jeweils punktgleich mit dem Vize-Mannschaftsmeister und zweimal knapp das Treppchen verpasst. BSMM-Turniertabelle
Kurzes Fazit meinerseits zur frisch beendeten BMM-Saison. Im letzten Bericht zur 8. Runde hatte ich unterschlagen, dass SCK9 noch sehr gute Aufstiegschancen hat, denn in der Klasse 2.2 steigen 2 Mannschaften auf. SCK9 hat mit einem 5:3 Mannschaftsieg in der Schlussrunde den 2. Tabellenplatz erobert und damit den Aufstieg perfekt gemacht. Die junge Mannschaft ist nun zum zweiten Mal in Folge aufgestiegen und hat sich katapultartig in die 1. Stadtklasse gespielt. Chapeau! SCK4 stand schon vor der letzten Runde als Aufsteiger fest und hat ihren Durchmarsch mit 18:0 Mannschaftspunkten komplett gemacht.
Leider gibt es auch 3 Absteiger, aber das weiter zu thematisieren erspar ich Euch. Hier ist erstmal Wunden lecken angesagt. Dann neu Anlauf nehmen und direkt wieder aufsteigen.
Dann gab es noch das Feedback in der nächsten Saison ab Herbst die Kräfte von SCK2 und SCK3 zu bündeln, um die Aufstiegschancen in die Landesliga zu erhöhen. Ich begrüße die Idee. Den Lückenschluss Landesliga sollten wir auf jeden Fall anpeilen. Aber alles zu seiner Zeit.
Alle Jahre wieder spielt Kreuzberg bei den ganz großen deutschen Wettbewerben mit: Nein, leider nicht in der Bundesliga, auch nicht im Pokal, aber immerhin bei den deutschen Blitzmannschaftsmeisterschaften. 2025 wurden diese in Bünde (Westfalen) ausgerichtet, was deutlich angenehmer zu erreichen war als letztes Jahr in Kehl (bei Straßburg). Trotz extrem knapp verpasster Qualifikation bei den Norddeutschen Blitzmannschaftsmeisterschaften konnten wir dieses Jahr als Nachrücker teilnehmen. Und so fuhr unsere Profitruppe aus Robert, Freddy, Aaron und Michael (Strache) samt Korrespondent Constantin an einem sonnigen Samstag im Mai nach NRW.
Seelig sind die Unwissenden: So sehen (noch) motivierte Kreuzberger aus. Von links: Aaron, Micha, Robert und Freddy
Großes Kompliment dabei an die Ausrichter in Bünde: Statt in einer alten Schulturnhalle durften wir in einem Tanzlokal mit reichlich Platz, Licht und Luft spielen. Obendrein gab es ein ordentliches Catering und ein effizientes, aber freundliches Schiedsrichterteam – was will man mehr? Naja, vielleicht noch gegen gute Gegner Schach spielen.
Blitzschach: Ein Sport für sich
Blitzschach ist dabei ein ganze besondere Angelegenheit: Ist man geistig gerade nicht bei der Sache oder müde, mag man das im klassischen Schach mit Eröffnungstheorie und Zeitverbrauch kompensieren können, ist aber im Blitz aufgeschmissen. Umgekehrt ist Material im Blitzschach nicht annähernd so wichtig wie im klassischen Schach und oft noch ein Comeback möglich. Blitz ist damit emotional und auch konditionell ein wilder Ritt, insbesondere, wenn man über 20 Partien in Folge spielt.
Dementsprechend war für unsere Kreuzberger wie auch für deren Gegner alles dabei: Triumph und Trauer, Freude und Frustration, Ehrgeiz und Ekel. Geschichten hinter diesen Emotionen gibt zu viele, als dass man sie hier alle erzählen könnte. Daher hier ein paar Eindrücke, für die sich so ein Turnier lohnt:
SCK – Solingen: Robert im Kampf gegen GM Markus Ragger. Lediglich Micha konnte gegen die am Ende Zweitplatzierten ein Remis rausholen.
Die Partie von Robert gegen den Stargast und ehemaligem Blitzweltmeister GM Vassily Ivanchuk, in der er auf sehr sehenswerte Weise komplett zusammengeschoben wurde. Aber auch unser Sieg gegen Schott Mainz durch einem Sieg von Robert gegen GM Cicak. Oder die 4,5/6, mit denen Robert in den letzten 6 Runden seine Ausdauer unter Beweis stellte. Freddy, wie er sich in einer sauber herausgespielten, gewonnenen Partie in Zeitnot die Dame aufspießen lässt. Wie ein anderer, starker Gegner aus dem Fluchen nicht mehr herauskam, nachdem Freddy in eigentlich verlorener Stellung eine Figur gewann. Aarons wackliges, aber dennoch hochverdientes Remis im Turmendspiel gegen GM Cyborowski. Aarons saubere Leistung und sein taktisches Aussetzen in der letzten Runde (“bin jetzt bei +/- 0”). Michas Vorliebe für Schwarz (“macht bei mir keinen Unterschied, ich spiele heute immer das Gleiche”). Constantins Eröffnungsumstellung in der 2. Hälfte (“läuft so schlecht, jetzt kann ich auch einfach gleich Aljechin spielen”), oder sein deutlich besserer Score mit Weiß von 5,5/9 (vs. 2/9 mit Schwarz).
Fazit
All diese Momente zeigen eins: Wenn man solche Events als Außenseiter spielt, sollte man Erlebnis vor Ergebnis stellen – denn Erleben tut man so einiges, auch wenn keiner aus dem eigenen Team mehr als 50% der Punkte holt und die Mannschaft am Ende auf Platz 20 von 25 landet. Daher sind wir auch als absolute Außenseiter nächstes Jahr gerne wieder dabei und halten die Kreuzberger Fahne hoch – zumindest, falls wir uns vorher bei der Norddeutschen Blitzmannschaftsmeisterschaft wieder unter die Top 7 kämpfen können.
Link zu den Einzelergebnissen wie immer auf Chessresults
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