
Das letzte Lebenszeichen von Alexander war vor ein paar Tagen seine Anmeldung für die kommende Berliner Schnellschachmeisterschaft. Er wollte gern die Einzel- und Mannschaftsmeisterschaft spielen und war dafür fest eingeplant. Doch dazu wird es nun nicht mehr kommen. Am Dienstag ereilte uns die schockierende Nachricht, dass Alexander verstorben ist – völlig unerwartet und mitten aus dem Leben gerissen. Er wurde nur 62 Jahre alt.
Alexander war ein ruhiger, bescheidener und sehr umgänglicher Mensch. Nie kam ein böses Wort über seine Lippen. Nie wurde er laut oder hat seinem Ärger Luft gemacht. Selbst nach einer verlorenen Partie hatte er oft ein Lächeln im Gesicht. Mit seinem sanften Gemüt war es quasi unmöglich, einen Streit anzuzetteln. Er machte auf mich stets einen ausgeglichenen Eindruck. Einer, der mit sich und der Welt im Reinen war.
Die meisten kannten ihn vermutlich als Schachspieler. Er trug den Titel des FIDE-Meisters und hatte in der Spitze 2350 Elo-Punkte. Das war 1992. Er war aber auch ein sehr starker und sehr aktiver Go-Spieler, und Go war seine noch größere Leidenschaft. Wenn irgendwo ein attraktives Go-Turnier stattfand, dann spielte er lieber Go als Schach. Dafür ließ er auch mal ein SCK-Turnier sausen und reiste quer durch die Republik. Im Go erreichte er ebenfalls eine Spielstärke auf Meister-Level (3. Dan, zuletzt Elo 2310) und konnte wie im Schach diverse Turniere gewinnen. Zwei völlig unterschiedliche Spiele auf diesem Niveau zu beherrschen, ist wahrlich selten und bemerkenswert.
Außerdem hat er Schach in vielen Varianten gespielt. Schach960, Tandem, King of the Hill? Na klar! Die ausgetretenen Pfade waren nicht sein Ding. Er war experimentierfreudig und hat sich gern auf Neues eingelassen. Daher war bei ihm auf dem Brett auch immer was los. Er hat sich auf den offenen Schlagabtausch eingelassen und ging keinem taktischen Gemetzel aus dem Weg. Die Experimentierfreude und Vorliebe für kurze Bedenkzeiten waren seine Grundzutaten für das fein orchestrierte Chaos auf dem Brett. An Schachpartien mit klassischer Bedenkzeit hatte er nahezu das Interesse verloren.
Alexander verschlug es irgendwann von seiner Heimat Bayreuth nach Berlin. Er lebte hier seit vielen Jahren. Nach jahrelanger Pause hatte er das Schach wieder für sich entdeckt. 2018 trat er der Betriebsschachgruppe SG BA Tempelhof bei, wo er fortan regelmäßig spielte. Vor knapp drei Jahren ist er dann dem SC Kreuzberg beigetreten, und seitdem war er auch Stammgast bei unseren Monatsturnieren. Er gehörte quasi zum Inventar. In dieser Zeit wurde er zweimaliger Clubmeister im Blitzschach und ist frisch gebackener Clubmeister im Schnellschach. Die dafür anvisierte Ehrung und Preisverleihung wird er leider nicht mehr erleben.
Wie wir mittlerweile erfahren haben, starb er am 15.06. durch plötzliches Herzversagen. Am 23.06. fand bereits die Trauerfeier im engsten Familienkreis in Bayreuth statt. Wir möchten auch als Verein Abschied nehmen und planen eine Gedenkfeier sowie ein Gedenkturnier zu Ehren von Alexander. Wenn die Termine feststehen, werden wir das hier auf unserer Website bekannt geben.
Unser Beileid gilt seiner Familie, seinem Go-Freundeskreis sowie der Sportgruppe vom BA Tempelhof, wo er ebenfalls Mitglied war.
Menschlich und schachlich ein schmerzlicher Verlust.
Lieber Alex, wir werden dich vermissen.
In tiefer Trauer.
Im Namen des Vorstands
Mein Beileid er war wirklich ein sehr liebenswürdiger und gutherziger Mensch und ich habe jede Partie mit ihm genossen.
In tiefer Trauer Michael Glienke.
Es ist unfassbar und traurig. Auch die SG BA Tempelhof-Schöneberg e.V. trauert um einen Freund und hier auch Turnierspieler, der nicht nur im Jahr 2026 half den Mannschafts-Pokalsieg der FV-Schach zu gewinnen und Meister zu werden in den Vorjahren. Ein Nachruf wird auf unserer Homepage sg-bat.de veröffentlicht.
Am 28.5.2026 siegte Alex beim SSGP-01 und wollte ab dem 2.7. die Titelverteidigung anstreben. Das ist nun nicht mehr möglich.
In tiefer Trauer,
Peter Baranowsky, SG-BAT
Es ist nun 3 Tage her, dass ich davon erfahren habe. Ich schaue immernoch ungläubig ins Leere.
In der Zeit seiner Mitgliedschaft bei uns habe hunderte Blitzpartien gegen ihn gespielt. Nach den Turnieren wurde einfach weitergeblitzt. Die meisten Partien hab ich verloren, aber es war immer eine Freude gegen ihn zu spielen.
Gleich findet unser Monatsschnellschachturnier statt und ich hoffe insgeheim, dass er einfach auftaucht und alles nur ein furchtbar schlechter Traum war.
Das ist eine schockierende Nachricht. Ich sehe ihn noch genau vor mir, wie er mir vor jeder Partie lächelnd die Hand gegeben hat. Er war ein großartiger Mensch. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie in diesem schweren Verlust.
Mit großer Bestürzung habe ich vom Tod Alexanders erfahren. Ich lernte ihn in den 80er-Jahren kennen, als er noch für Bamberg in der Bundesliga spielte. Anfang der 90er-Jahre verloren sich unsere Wege, da ich eine längere Schachpause einlegte.
Umso schöner war es, als wir uns vor wenigen Jahren beim Schnellschachturnier des SSV Rotation nach über 30 Jahren wiedergesehen haben. Spontan beschlossen wir, für das Mehrkampfturnier am folgenden Tag ein Zweier-Team (SCK/TSG) zu melden. Obwohl nun fast 40 Jahre älter, strahlte Alex immer noch genau die Ruhe, Besonnenheit und Sachlichkeit aus, die ihn schon zu seinen Jugendzeiten ausgezeichnet hatten. Auch die knappen Verluste, die wir im Turnier erfuhren, brachten ihn so gar nicht aus der Ruhe – er hatte einfach Spaß am Spiel.
Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust – nicht nur für den SCK, sondern für die gesamte Berliner und deutsche Schachszene. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und dem Verein.
Ein toller Mensch. Und was für ein starker Spieler. Habe mich immer gefreut, wenn er zum Schnellschach zu Lasker kam. Ein großer Verlust für das Berliner Schachleben.
Liebe Schachfreunde aus Berlin,
mit großer Bestürzung habe ich die Nachricht von Alexanders Tod erfahren. Ich habe viele Partien mit ihm in der Jugendzeit gewechselt und war in Bamberg immer gerne sein Schachfreund und Mannschaftskollege.
Drei Dinge werde ich besonders vermissen:
Die taktischen Partien von Ihm ( Königsinder – Vier Bauern Angriff )
Das spitzbübische Lächeln, wenn mal wieder eine seiner Kombinationen geklappt hatte und ich die Uhr abstellen musste :-)
und schließlich: Sein freundliches und kameradschaftliches menschliches Wesen
Liebe aber traurige Grüße aus Bamberg von mir und allen anderen Bamberger Schachfreunden
Stefan Krug