Neuer Modus bei den Kreuzberger Monatsturnieren

Nach Abschluss der Mai-Turniere (das Schnellschach folgt noch an diesem Freitag) sind nun die Ausschreibungen für die im Juni wieder bei Null beginnenden Kreuzberger Grand-Prix-Serien online.

Wesentliche Neuerung in allen drei Turnieren ist die Einführung eines Inkrements, d. h. Zeitgutschrift nach jedem Zug. Dieser Modus wird ab diesem Jahr auch auf den offiziellen BSV-Turnieren gespielt, um “gutem Schach” ein wenig den Vorzug zu geben vor “schnellem Schach”. Während wir im Blitz einen 3 Min. + 2 Sek. Modus angesetzt haben, gilt im Schnellschach und Schach 960 12 Min. + 3 Sek..

Der Zuschlag mag in den “langsamen” Disziplinen im Verhältnis zur Bedenkzeit gering erscheinen, allerdings müssen wir auch ein wenig auf die Uhr schauen, um die angesetzten 7 Runden an einem Abend auch über die Bühne zu bringen. Ein längeres Endspiel, das durch den Bonus an sich oft überhaupt erst möglich wird, würde bei 80 Zügen und einem Modus von z. B. 12 Min + 5 Sekunden bereits eine Partiedauer von ca. 37 Minuten bedeuten, was sich bei 7 Runden dann doch summiert.

Wer sich über die noch laufende Schnellschachserie 2015/2016 informieren möchte, gelangt hier direkt zur 2015/16-Serie.

5 Gedanken zu „Neuer Modus bei den Kreuzberger Monatsturnieren“

  1. Drei Sekunden klingt nach einem eher bescheidenen Inkrement fürs Schnellschach. Alle Partien unter 60 Zügen haben damit weniger Gesamtzeit zur Verfügung als bisher. Welche offizielle Bedenkzeit plant denn der BSV für seine Turniere? Wäre es nicht besser, diese zu übernehmen und dafür ggf. nur 5 oder 6 Runden pro Turnier zu spielen? Der Schnellschach-Grand-Prix der Schachfreunde bietet auch nur 5 Runden, mit 6 Runden wär der SCK immer noch 20% besser …

  2. Bitte dringend bei den 7 Runden bleiben!
    Zur Bedenkzeitregelung: mein Vorschlag wäre gewesen, 10 Minuten als Basiszeit zur Verfügung zu stellen. So wird es auch bei Weiße Dame gemacht (dort allerdings auch nur mit 5 Runden, angefangen aber, so weit ich mich entsinnen, um 19:30, während Kreuzberg ja stets um 19 Uhr beginnt; eine weitere Runde haben wir somit bereits rausgeschlagen, ohne länger in die Nacht hinein spielen zu müssen). Das Inkrement könnte bei Weiße Dame 10 Sekunden sein (weiß grad nicht; aber es ist eine Menge, konnte bei meiner ersten Teilnahme aber nicht verhindern, dass drei meiner fünf Partien durch ZÜ beendet wurden, davon einmal zu meinem Schaden, in klarer Gewinnstellung, und zwei Mal zu meinen Gunsten, einmal in Verluststellung, einmal in Remisstellung; ich habe als insgesamt noch profitiert; ist ja nur ein kleiner Erlebnisbericht, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Zeitnotduelle nicht etwa reduziert sondern womöglich vervielfältigt werden, zugleich aber auch, dass sie in gewisser Weise “gewöhnungsbedürtig” sind, in dem Sinne, dass man damit umgehen lernen muss).

    Mein Vorschlag würde also lauten: 10 Minuten Basiszeit und nicht die enorm hohe Zahl von 10 Bonussekunden, sondern vielleicht von 5, 6 oder maximal 8. Eine Partie von 40 Zügen würde somit (maximal) 20 Minuten plus 40 *(5+5) = 26 2/3 Minuten, eine von 60 Zügen 20 Minuten plus 60*(5+5) = 30 Minuten dauern (auch dies maximal), und somit etwa der gängigen Aufteilung (30 Minuten pro Runde) entsprechen. Bei 8 Sekunden Inkrement würde es sich entsprechend um 40 * 6 = 240 Sekunden (oder 4 Minuten) beziehungsweise um 60 * 6 =360 beziehungsweise eben 6 Minuten erhöhen, somit also die (befürchteten) 37 Minuten (mit dann 36 Minuten) knapp erreichen. Dies sind jedoch Maximalwerte, also nur dann der Fall, wenn beide ihre Bedenkzeit bis dahin komplett ausschöpfen (was eine absolute Ausnahmesituation sein dürfte). Andererseits gibt es natürlich auch Partien, die 80 Zügen dauern (und bis zum Schluss kompliziert bleiben), so dass beide ans Limit (zeitlich) gehen könnten, womit noch längere Partien vorstellbar wären.

    Bei WeDa übrigens auch einmal vorgekommen: an einem der hinteren Bretter entstand eine Seeschlange und man fragte sich, was den Turnierfortgang denn aufhielte? Tatsächlich spielten da noch zwei, die abwechselnd recht sinnfreie Züge machten, dies aber unter den Augen des allmählich kompletten Teilnehmerfeldes. War auch etwas kurios, auf eine andere Art erheiternd (fraglich, wie sich die Protagonisten fühlten?!?!).

  3. Hallo Dirk,
    bei uns (WeDa) werden 5 Runden mit 10+10 gespielt. Die “offizielle” Bedenkzeit bei der Berliner Schnellschachmeisterschaft sind 15+10, aber damit schafft man nur 3-4 Runden pro Abend.
    3 s Bonus finde ich für Schnellschach auch arg wenig. Andererseits will man halt auch irgendwann fertig werden.

  4. Schnellschach 10+10 finde ich ok.

    Damit kann ich leben. Aber Blitz mit 3+2 finde ich sehr gewöhnungsbedürftig.

    Irgendwie ist mir das zu schnell.

    Ehrlich gesagt finde ich diese ewigen Bedenkzeit verkürzungen nicht gut. Was und wem eigentlich soll das etwas

    bringen?

    Das Carlsen und co. 3+2 Turniere spielen ist doch kein Grund so etwas auch auf Vereinsspielerebene einzuführen.

    Wie wäre es denn mal mit einer Verlängerung der Bedenkzeit

    Z.b. 4+2

  5. Etwas Statististik aus der Megabase 2015:

    Die durchschnittliche Länge aller Partien: 38 Züge
    Im neuen Modus: 12 Min + 38 x 3 Sek = 13 Min 54 Sek.
    Soo bedeutend viel verkürzt wird die Partie nicht.

    Anteil der Partien mit 1 bis 60 Zügen Länge: 90%
    Daraus Chance je Brett, dass zwei Endspielfummler die Runde gegenüber dem bisherigen Modus verlängern: 10 %

    Beim ersten Lauf des neuen Modus, im Schach960 Monatsturnier am 10. Juni, zeigte der neue Modus seine Vorteile. Die zunehmend hektischer und lauter werdenden Schlussminuten jeder Runde entfielen gestern. Spielleiter Ergun konnte seine Aufmerksamkeit in Ruhe verteilen. Das Turnierende lag, wie gewohnt, zwischen 22.30 und 23 Uhr.

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