Blitz-Marathon mit Happy End: Kreuzberger holen den 4. Platz bei den Berliner Mannschaftsmeisterschaften 2026

Der Sommer geht zu Ende, die Temperaturen werden langsam wieder erträglich, und man kann das Haus verlassen, ohne einen Hitzeschock zu riskieren. Was macht der geneigte Berliner Schachverrückte also an einem wunderbar sonnigen Spätsommersonntag? Richtig: Er spielt 29 Runden intensives, stickiges, nervenzerfressendes Blitzschach bei den Berliner Blitzmannschaftsmeisterschaften.

So sehen Kreuzberger beim Nachdenken aus! Zumindest Momme, denn hinter der Eröffnung von Constantin kann kein klarer Gedanke stecken (a5? Ld6? De7? – Die Stellung ist schon +1,2 für Weiß)

Das Turnier dürfte damit eine der härtesten Prüfungen im Berliner Schach sein; erst recht, wenn man sich wie unsere tapferen Kreuzberger nebenbei noch für die Norddeutschen Meisterschaften qualifizieren möchte. Manch ein Teilnehmer hatte schon nach wenigen Runden keine Lust mehr, und selbst die Hartgesottenen kämpften spätestens zur Turnierhälfte mit beträchtlichen Motivationsproblemen. Allen Widrigkeiten zum Trotz spielte sich unsere junge Truppe (Altersschnitt rund 25 Jahre) auf den 4. Rang und machte die angestrebte Qualifikation damit locker klar.

Kreuzberg trat mit zwei Mannschaften an, beide etwas schwächer besetzt als in den Vorjahren. Unsere Zweite spielte ein ordentliches Turnier, musste aber gleich in Runde 1 eine herbe Niederlage gegen Kreuzberg I verkraften: 1,5:2,5, und das gegen eine Mannschaft in Unterzahl.

Unterzahl? Ja. Unsere Erste (Constantin, Momme und Arthur) bestritt die ersten beiden Runden mit unbesetztem Spitzenbrett. Zugpferd Robert hatte sich am Morgen vergaloppiert, einen Bus an sich vorbeitraben lassen und deshalb die ersten beiden Runden verpasst. Die folgenden drei absolvierte er im Halbschlaf und mit selbstgewähltem Eröffnungshandicap. Merke: Ein Pferd sollte vielleicht doch bei seinen Hufeisen bleiben, statt ein Hippopotamus sein zu wollen. Aus drei Partien sprang so nur ein einziges Gnadenremis heraus. Bei aller (nicht ganz ernst gemeinten) Kritik: Nach dem Aufwachen und der Eröffnungsumstellung zeigte Robert eine enorme Leistung. Seine großartigen Siege trugen entscheidend dazu bei, dass wir gegen das Topteam der Schachfreunde ein 2:2 und gegen die zweitplatzierten Tegeler sogar ein 3:1 holten.

Apropos hervorragende Leistung: Hier führt kein Weg an Arthur vorbei. Nachdem er tags zuvor schon bei den Einzelmeisterschaften phänomenal aufgespielt hatte, schlug er nun mit enorm trickreichem und schnellem Spiel einen Gegner nach dem anderen und kam auf etwa 25 von 29 möglichen Punkten. (Etwa, weil die Einzelergebnisse noch immer nicht veröffentlicht sind und die Mannschaftsergebnisse obendrein kleine Fehler enthalten.) Nach 29 Runden hatte unser 13-jähriger Starspieler dann noch Lust auf die Rückrunde, die die Organisatoren vor der letzten Runde scherzhaft angekündigt hatten. Vielleicht ist die Geheimwaffe neben gutem Schach ja einfach, jung zu sein (schwer zu erreichen) oder über enorme Fitness und Ausdauer zu verfügen (etwas weniger schwer, aber auch nicht leicht). Wie auch immer: Es war eine wahre Freude, oft schon nach zwei Minuten Spielzeit ein „1:0 Kreuzberg“ von Brett 4 zu hören.

Am anderen Ende der Skala hatte ein verschlafener Vogel an Brett 2 (der Autor) im Laufe des Turniers mit zunehmenden Ausfallerscheinungen zu kämpfen, stand der starken Teamleistung aber immerhin nicht allzu sehr im Weg. Brett 2 ist vermutlich der falsche Ort für jemanden, der im Blitz 150 Punkte schlechter spielt als im klassischen Schach, während es bei den Jugendlichen genau andersherum läuft. Zum Glück lieferte an Brett 3 Momme, Toptalent unserer Landesligamannschaft, auch gegen starke Gegner verlässlich gute Ergebnisse und verbesserte sein Rating beträchtlich. Mit Arthurs Punkterausch konnte er zwar nicht ganz mithalten, aber das konnte an diesem Tag ohnehin niemand.

Die Mannschaftsergebnisse (und evtl. irgendwann auch die Einzelergebnisse) finden sich bei chessresults

Berliner Blitzmeisterschaften

Die letzten 2 Wochen hatten schachlich einiges zu bieten. Saisonstart in der Frauenbundesliga und in der Oberliga, Tino Sander war bei der WM und die BMM steht in den Startlöchern. Mittendrin die Berliner Blitzmeisterschaften und mittlerweile schon 2 Wochen her. Aus Kreuzberger Sicht fehlten hier die großen Highlights, weswegen ich eigentlich gar nichts schreiben wollte. Keine Mediallen, keine großen Überraschungsmomente, keine Fotos. Der Bericht zur BBEM+BBMM könnte an der Stelle schon wieder zu Ende sein bevor er überhaupt angefangen hat. Anderseits: Ein paar Zeilen sind schnell geschrieben und dann sind es eben die kleinen Highlights.

Die BBEM überraschte mit einem vergleichsweise kleinen Teilnehmerfeld. Die 51 Teilnehmer sahen im großen Spielsaal bei der TSG fast etwas verloren aus. Mit dabei 6 Kreuzberger. Arthur Hoppe schaffte es wie im Vorjahr wieder ins A-Finale; dieses Mal allerdings als einziger Kreuzberger. Dort musste er sich im Zwölferfeld gegen 6 IM und 2 FM behaupten und holte immerhin 3 Punkte. Momme Held und Glib Makarov spielten im B-Finale mit dem kleinen Unterschied, dass Momme wohl mit größeren Ambitionen ins B-Finale “musste” und Glib es ins B-Finale “schaffte”. Glib holte dort gute 5,5 Punkte und konnte seine steinalte Blitzelo nach oben schrauben, die eher seiner Spielstärke entspricht. Alle anderen Kreuzberger haben mehr oder weniger ein weiteres Mal die Erfahrung gemacht wie wichtig die Tagesform im Blitz ist.

Bei der BBMM war der Spielsaal mit 28 Mannschaften dagegen rappelvoll. Mit dabei 2 Kreuzberger Mannschaften. SCK1 mit Max Mätzkow, Frederick Dathe, Aaron Matthes, Aron Moritz und Constantin Vogel. Die Mannschaft durfte ganz realistisch mit einer Medaille liebäugeln. Gegen die sehr starken Mitfavoriten TSG, SF03 und Tegel gabs allerdings in Runde 3, 4 und 8 recht früh im Turnierverlauf 3 Niederlagen, was bereits eine kleine Vorentscheidung war. Die Mannschaft musste fortan darauf hoffen, dass einer der Mitfavoriten im weiteren Verlauf patzt. Nach einer weiteren Niederlage gegen Rotation in Runde 17 sind die Medaillenhoffnungen auf ein Minimum geschrumpft und der Rückstand war ohne Schützenhilfe eines Mitfavoriten nicht mehr einzuholen. Am Ende ein guter, aber undankbarer 4. Platz. SCK2 schaffte es immerhin auf Platz 15 und verfehlte nur knapp die 50%-Marke, womit die Mannschaft trotz vieler verpasster Chancen in diesem Feld zufrieden sein konnte.

BBEM Vorrunde | A-Finale | B-Finale | C-Finale | BBMM

Berliner Blitz-Mannschaftsmeisterschaft 2024

Ergebnistechnisch war die diesjährige BBMM aus Kreuzberger Sicht relativ unspektakulär. SCK1 war an Nr.3 gesetzt und hat sicherlich mit einer Top3-Platzierung geliebäugelt. Nach einem recht verhaltenen Start war SCK1 lange Zeit nur im Tabellenmittelfeld zu finden und kämpfte sich im Verlaufe des 29-Runden-Marathons zurück in Richtung Tabellenspitze. Am Ende war es der 4. Platz. Unabhängig vom Ausgang der BBMM war der SCK bereits für die NBMM vorberechtigt. Den Vogel abgeschossen hat das Team um GM Robert Rabiega von König Tegel mit 56:0 Punkten!

Bei SCK2 hätte man die Tabelle schon auf den Kopf stellen müssen, um irgendwelche Ambitionen zu erkennen. Hier stand Schach als Team-Event und der Spaß am Spiel eindeutig im Vordergrund. Unter den Augen von Edel-Fan Micha Glienke hat sich SCK2 vom Startrang 25 irgendwie auf Platz 21 gewurstelt. Eine leichte Verbesserung, aber kaum der Rede wert. Guckt man auf die Einzelergebnisse, dann war wohl jede denkbare Tagesform vertreten. Hervorheben kann man ganz klar Margerita Mazurtsova, die 16,5 aus 25 holte und mit Abstand die meisten Punkte beisteuerte. Matze Bolk holte noch 9 aus 21, was nicht besonders viel klingt. Damit erspielte er sich aber (1-2 Bretter höher) genauso wie Margerita eine 2000er Elo-Performance. Zusammen mit der BBEM vom Samstag dürften beide nach der nächsten Elo-Auswertung eine Blitz-Elo über 2000 haben. Das ist doch auch was! Es war anstrengend und ein Riesenspaß zugleich.

Für alles weitere möge jeder selbst nach Lust und Laune die Tabellen der BBMM durchklicken.

Ein paar Schnappschüsse…

Auftakt Runde 1 SCK1 gegen SCK2. Haarscharf an der Sensation vorbei. Die Überraschung ist mit dem 2:2 aber trotzdem gelungen.
SCK2 gegen Lichtenrade
SG Weißensee gegen SCK2
SCK1 gegen TSG Oberschöneweide
Gruppenfoto SCK1 und SCK2: v.l.n.r.: Klaus Lehmann, Aron Moritz, Michael Ziems, Gerrit Geldner, Timo Boldt, Michael Glienke, Luis Stratos Rose, Michael Strache und Matthias Bolk.

 

Berliner Blitz-Einzelmeisterschaft 2024

Die Berliner Blitz-Einzelmeisterschaft ging mit 68 Teilnehmern in die Vorrunde. Der SCK war mit 8 Spielern am Start und Arthur Hoppe war als Jüngster zugleich die Speerspitze von allen Kreuzbergern. Matthias “Matze” Bolk hatte bei der Anreise etwas Bus-Pech und komplettierte als Nachzügler zur 2. Runde die Kreuzberger Delegation. Gespielt wurden 9 Runden als Vorrunde und die ersten 36 des Feldes konnten sich für die Finalgruppen A,B und C (jeweils 12) qualifizieren.

Erfreulicherweise und etwas überraschend kamen gleich 2 Kreuzberger ins A-Finale. Arthur war immer an den vorderen Brettern zu finden und hat en passant 2 Titelträger aufgemischt. Und Matze, vom Bus-Pech völlig unbeeindruckt, pflügte sich nach der kampflosen Null ab Runde 2 durchs Feld. Arthur beendete die Vorrunde auf dem 9. Platz (als Ranglistennr. 24) und spielte eine Elo-Performance von 2295!! Die noch größere Überraschung war jedoch Matze, denn er beendete die Vorrunde auf dem 7. Platz (als reguläre Ranglistennr. 48) und erspielte sich eine Elo-Performance von 2283!! Fazit nach der Vorrunde: 2 mal A-Finale, 1 mal B-Finale und für die anderen 5 Kreuzberger war hier leider schon Schluss.

Tabelle der Vorrunde

Update: Mittlerweile sind die Tabellen der Finalgruppen verfügbar. Ich halte mich hier aber kurz. Arthur und Matze haben in der Vorrunde grandios aufgespielt. Beide konnten ihre Form aber leider nicht mit in die Finalrunde nehmen. Bei Arthur (erst 11 Jahre alt!) bin ich mir sicher, dass das bei seiner steilen Entwicklung nicht das letzte A-Finale war und wir noch öfter vom ihm hören werden.

Tabelle Finalgruppe A 

Tabelle Finalgruppe B

Der Auftakt der Finalgruppen in Bildern: Arthur gegen Martin Yatskar in Runde 1 der Finalgruppe A:

Matze gegen die Blitzmaschine Ilja Schneider in Runde 1 Finalgruppe A

…und Timo Boldt (vorne rechts; schwierige Lichtverhältnisse….sorry) qualifizierte sich als 26. sicher für das C-Finale und durfte als Nachrücker sogar im B-Finale ran.