Schach960, Freestyle Chess – Man kann es nennen, wie man möchte, aber die Variante mit der zufälligen Startaufstellung scheint sich nicht nur bei größeren Events des Spitzenschachs (Weissenhaus, Grenke) zu etablieren, sondern zunehmend auch in der Berliner Szene angekommen zu sein. So richtet Zitadelle Spandau 2026 erneut Mannschaftsmeisterschaften im Schach960 aus: Ein Format im Scheveninger System, in dem 4er-Mannschaften viermal gegeneinander antreten, sodass am Ende jeder gegen jeden gespielt hat. Das Zeitformat mit 15 min. + 5 s. Inkrement lässt dabei gerade genug Zeit, um in die vor jeder Runde neu geloste Stellung einzutauchen. Da es in Kreuzberg sowieso ein monatliches 960-Turnier gibt, fanden sich schnell ein paar Begeisterte, die unseren Verein bei diesem spannenden Event vertreten wollten. Das erste Wochenende mit insgesamt drei Matches bot bereits einen spannenden Auftakt.
Freitagabend ging es bei Eckbauer für unsere Truppe gut los: Momme Held, Matthias Bolk, Constantin Vogel und Alexander Kurz trafen auf die „Freestylerz“, die namentlich perfekt zum Turnier passenden Titelträger aus dem Vorjahr. Spielerisch wurden diese von Dirk Paulsen angeführt, der seine Partien im Anschluss auf seinem Kanal kommentierte. Trotz Müdigkeit, glücklicher Gewinnpartien und verpasster Chancen hielten alle Bretter ihren Gegnern sauber stand und erreichten durchweg 50% der Punkte. Alexander schaffte an Brett 1 sogar starke 2,5/4, die dank eines sauberen Remis in der letzten Runde von Matze gegen Dirk Paulsen nicht nur zum Mannschaftsremis, sondern zum Sieg mit 8,5:7,5 Punkten reichten.
Leider mussten wir am Samstag auf Alexander verzichten, hatten dafür in Spandau mit unserem Toporganisator Michael Ziems aber einen echten 960-Experten dabei. In der ersten Runde wurden wir unserer Favoritenrolle gegen Spandau gerecht, wobei Hendrick Möller starke Gegenwehr leistete. Sowohl Momme als auch Micha hatten gegen ihn vielversprechende Stellungen auf dem Brett, aber mussten sich am Ende mit Remis (un-)zufrieden geben. Dem Endergebnis von 12,5:3,5 konnte dies aber nichts mehr anhaben.
In der zweiten Runde sollten wir mit Tegel einen deutlich stärkeren Gegner serviert bekommen – und schlugen uns dennoch grandios! So gewann Momme gleich in der ersten Runde gegen GM Rabiega und Matze später gegen FM Rietze. Das Match blieb spannend und ausgeglichen bis zur letzten Runde, in der Micha eine Gewinnstellung gegen Martin Gebigke in Zeitnot unglücklich verlor. Dies war nicht die einzige unglückliche Niederlage; der Autor dieser Zeilen hatte zuvor gegen Gebigke und auch Rabiega ähnlich viel liegen lassen. Der Endstand von 7,5:8,5 war denkbar knapp und zeigt, dass bei diesem Turnier einiges möglich ist.
Das Format macht insgesamt viel Spaß, dreht sich nicht nur um die Ergebnisse und befördert eine gelassenere Atmosphäre (keine Ratingpunkte, keine wichtigen Qualifikationen etc.). Wer sich für die kommenden Runden interessiert, kann sich noch bei Michael Ziems (spielleiter at schachclubkreuzberg.de) melden. Weiter geht es am 02.05 und 09.05, an letzterem Termin sogar bei uns daheim in Kreuzberg.







Doch wessen Spiel wurde nun von ihren jeweiligen Gegnerinnen und Gegnern als besonders kreativ beurteilt? Auch hierzu gratulieren wir herzlich!












































































