Kreuzberger unterwegs beim Oranienburger Chess Open

2 Tage volles Programm Schach. Beim Wochenend-Open in Oranienburg wurden 3 Runden am Samstag und 2 Runden am Sonntag gespielt. Klassisches Schach wohlgemerkt. Bei diesem Programm fiel die Bedenkzeit verständlicherweise etwas kürzer aus und betrug 60min bis Zug 30 plus 30min für den Rest. Komplett ohne Inkrement. Ein selten gespieltes Format und wohl die kürzestmögliche Zeitkontrolle für eine DWZ- und Elo-Auswertung. Ich dachte es kommt es mir ein bisschen entgegen, da ich persönlich sowieso kürzere Bedenkzeiten bevorzuge. Also auf nach Oranienburg in den Berliner Speckgürtel. Während alle Turnierorganisatoren dieser Welt um GM und IM werben und stolz darauf sind, wenn einer dieser Titelträger die Teilnehmerliste schmückt, haben die Oranienburger etwaige Titelträger nahezu ausgeschlossen, indem Spieler mit einer Elo über 2399 nicht zugelassen waren. Wohl eher ein Gag, aber auf jeden Fall originell. Gespielt wurde in 3 Gruppen. In der Gruppe A waren 5 Kreuzberger, davon Johannes Tschernatsch ganz vorn an Nr.1 und Michael Strache an Nr.3 gesetzt. In der Gruppe B waren dreieinhalb Kreuzberger, davon ich selbst an Nr.2 und Rebekka Schuster als halbe Kreuzbergerin als Nr.3 gesetzt. In der mit Abstand größten Gruppe C startete Nala Sarah Mlynarska für Kreuzberg.

In der Gruppe A waren Johannes und Micha aufgrund ihrer Startranglistenposition natürlich heiße Kandidaten auf den Turniersieg. Bemerkenswert, dass beide nicht gegeneinander gespielt haben. Bei nur 5 Runden kann das aber passieren. Die Partien konnte ich nur bruchstückhaft mitverfolgen und kann nichts berichtenswertes dazu schreiben. Am Ende kamen beide auf 4,5 Punkte und die Zweitwertung entschied ganz knapp zugunsten von Micha. 1. Platz für Micha und 2. Platz für Johannes bedeuteten einen Kreuzberger Doppelsieg. Yeah!

In der Gruppe B bis DWZ 1799 gehörten Rebekka und ich der Papierform nach zu den Gruppenfavoriten. Diese Konstellation ergab sich, weil die Gruppen nach DWZ, die Setzliste jedoch nach Elo erstellt wurde. Mit dem ersten Tag konnten wir beide recht zufrieden sein. Mit jeweils 2,5 aus 3 war noch alles drin. Die 4. Runde lief dann etwas ernüchternd. Ich hatte im frühen Mittelspiel eine Qualität gewonnen und eine klare Gewinnstellung. Mein Gegner war einen Moment unaufmerksam und hatte mir die Qualität durch einen Einsteller quasi geschenkt. Er spielte aber stark weiter und drohte sogar mich zu überspielen. Beim Übergang zum Endspiel entstand eine kuriose Stellung mit Zugwiederholung. Keiner konnte der Zugwiederholung ausweichen ohne selbst schlechter zu stehen. Nur Remis. Rebekka hat ihre Partie verloren und war quasi aus dem Rennen. In der letzten Runde musste ich gegen einen aufstrebenden Jugendspieler und Rebekka-Bezwinger ran. Seine DWZ und Elo aus der Kategorie Schall und Rauch. Bloß nicht unterschätzen. Ich war vorgewarnt und mir war klar, dass die letzte Runde keine Kaffeefahrt wird. Nur geholfen hat es nichts. Mein Gegner hat es geschafft mich in eine seltene und mir unbekannte Eröffnung zu locken und er hat mich staubtrocken ausgespielt. Verloren gegen den späteren Turniersieger und ein brotloser Tag 2. Am Ende reichte es nur für den 6. Platz. Abgesehen vom persönlichen Abschneiden war es ein sehr angenehmes Turnier mit prima Spielbedingungen in der großen und lichtdurchfluteten Aula der Oranienburger Gesamtschule. Vielleicht ja mit neuem Anlauf im nächsten Jahr.

Die Turniertabellen: Gruppe A      Gruppe B      Gruppe C

Dirk Paulsen gewinnt hochklassiges Miniturnier

Das Septemberturnier im Schach960 war klein, aber hochklassig. Swiss-Chess hat beispielsweise in der 1. Runde für Brett 1 die Paarung FM Klaus Lehmann gegen FM Dirk Paulsen ausgespuckt. Einige vermuteten hier einen Auslosungsfehler, aber Klaus fand sich tatsächlich in der 2. Tabellenhälfte wieder (Setzliste nach DWZ sortiert). Und der Teilnehmerdurchschnitt betrug rekordverdächtige Elo 2115.  Dirk gewann die Miniatur souverän mit 4,5/5 Punkten vor Bogdan (3,5) und Constantin (3).

September Teiln. Google (Android 11.0) Google (Android 11.0) Google (Android 11.0)
960-Tabelle 8 Dirk Paulsen Bogdan Tomin Constantin Vogel

Paule analysiert seine Partien auf YouTube

Kreuzberger unterwegs beim Lichtenberger Sommer

Dieses Jahr war der Lichtenberger Sommer mit 240 Teilnehmern sehr gut besucht und erreichte fast eine Rekordbeteiligung. Darunter 19 Kreuzberger. Die Startrangliste wurde angeführt von 3 Internationalen Meistern und zum Favoritenkreis gehörten auch Johannes Tschernatsch und Aaron Matthes. Wie schon bei unserem Werner-Ott-Open hat man auch hier einen GM vergeblich gesucht. Aber diese Großmeisterlosigkeit ist ein Thema für sich.

Eine kurze Ergebnisschau aus Kreuzberger Sicht:

Aaron beendete das Turnier auf dem 5. Platz und Johannes auf dem 7. Platz. Damit waren beide in den Hauptpreisrängen. Christian Syré gewann die Seniorenwertung und Jürgen Federau belegte hier den 3. Platz. Immerhin zählte die Sektion 68 Teilnehmer. Jürgen belegte zusätzlich noch den 3. Platz in der Rating-Kategorie 1950-2099. Doppelpreise gabs aber keine.

Am Sonntagabend fand zum Abschluss das obligatorische Blitzturnier statt. Hier landete Michael Strache auf dem geteilten 2. Platz.

Tabellen LiSo2025  Abschlussblitz   Fotogalerie

Monatsturniere: Blitz und Schach960 im August

Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Das Kreuzberger Schachfestival ist vorbei und so ging es ganz “normal” mit dem Augustblitz weiter. Stark besetzt in der Spitze, aber mit 17 Teilnehmern war das Feld etwas kleiner als sonst. Wie bereits im Vormonat konnte Daniel das Turnier für sich entscheiden und gewann mit 8,5/11 vor Michael (8) und Max Peter (7). Das Monatsturnier Schach960 bestätigt den Trend der letzten Monate, dass das Turnier wieder an Attraktivität gewonnen hat. Von den 16 Teilnehmern hatten 13 Spieler eine Elo mit einem Elo-Schnitt von 2066. In diesem starken Feld konnte sich Mark mit (4/5) klar durchsetzen vor Yannik (3,5) und Klaus (3,5).
August Teiln. Google (Android 11.0) Google (Android 11.0) Google (Android 11.0)
Blitz 17 Daniel Holzapfel Michael Ziems Max Peter Bartelt
960 16 Mark Müller Yannik Keller Klaus Lehmann
Grand-Prix-Wertung Blitz und 960.

Berliner Schnellschachmeisterschaften: Zweimal knapp das Treppchen verpasst

Letzten Samstag fand die BSEM und am Sonntag die BSMM statt. Unter den 85 Teilnehmern bei der BSEM waren immerhin 11 Kreuzberger. In der Setzliste war FM Alexander Kurz an Nr. 10 der beste Kreuzberger und damit im erweiterten Favoritenkreis. Ins Rampenlicht gespielt, hat sich allerdings ein anderer Kreuzberger: Immer an den vorderen Brettern zu finden war Ephraim Rosenstock. Ephraim wer? Ein 16-jähriger US-Amerikaner für einige Wochen in Deutschland zu Besuch und für diese Zeit Mitglied beim SC Kreuzberg. Ein absoluter Schachenthusiast. Er landete mit 5/7 Punkten und einer Elo-Performance von 2246 auf einem starken 7. Platz. Wären da nicht die Hummeln im Hintern, dann wäre vielleicht sogar noch ein bisschen mehr drin gewesen. Wer so stark spielt, soll natürlich in der Mannschaft möglichst weit vorn spielen. Ein Blick auf sein US-Rating (2184) und seine Blitz-Elo (2650) bei chess.com bestätigt, dass die erspielte Performance keine Eintagsfliege war. BSEM Turniertabelle

Womit ich direkt bei der BSMM am Sonntag bin. Wir waren mit 3 Mannschaften am Start. Die BuLi-Truppe SCK1 mit Max Mätzkow, Aron Moritz, Aaron Matthes und Constantin Vogel. SCK2 mit Ephraim Rosenstock, Alexander Kurz, Klaus Lehmann, Mustafa Inkaya und Michael Ziems. SCK3 mit Jens Kutschke, Timo Boldt, Yogesh Bedekar, Helmut Bernhofen und Arthur Fieger. Die Rollen waren vorab einigermaßen klar verteilt. SCK1 mischt ganz vorn mit. SCK2 und SCK3 spielen frei auf nach dem Motto: Erlebnis vor Ergebnis. Für SCK1 lief es zunächst gut. Vor der Schlussrunde stand SCK1 mit 10 Mannschaftspunkten auf dem alleinigen 2. Tabellenplatz und 2 Mannschaftspunkten Vorsprung vor mehreren Teams mit 8 Mannschaftspunkten. In der 7. Runde war dann Zehlendorf der Gegner. Es sah danach aus als könnte Kreuzberg erneut Vize-Meister werden und konnte es aus eigener Kraft schaffen. Leicht favorisiert ging es gegen Zehlendorf ans Werk. Aber es sollte leider nicht sein. Das Match ging mit 1,5:2,5 knapp verloren. Durch die Schlussrundenniederlage blieb für SCK1 nur der trostlose 5. Platz. Und zur Überraschung aller Kreuzberger landete SCK2 sogar noch vor SCK1 auf dem 4. Platz. Dazu beigetragen haben die Brettpunkte mit deutlich über 50% von Ephraim (5/7), Klaus (5/7), Mustafa (4/6) und vom Berichterstatter als Ersatzspieler (1,5/2). SCK1 und SCK2 am Ende jeweils punktgleich mit dem Vize-Mannschaftsmeister und zweimal knapp das Treppchen verpasst. BSMM-Turniertabelle

Schnappschüsse von der BSMM:

    

…und von der BSEM:

   

Orkun Sakalli gewinnt überraschend das Monatsschnellschach

Orkun war “nur” die Nummer 11 der Startrangliste und erwies sich dann Runde um Runde als Favoritenschreck. Er gewann am Ende nach Wertung vor Alexander Kurz (beide 5,5/7) und vor unserem Neuzugang und Teilzeit-Kreuzberger Ephraim Rosenstock (5).

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Schnellschach 23 Orkun Sakalli Alexander Kurz Ephraim Rosenstock

Schnappschuss von der Top-Paarung der 5.Runde Kurz-Sakalli 1:0. Und was Klaus da im Hintergrund wohl gedacht hat?

Alexander Kurz gewinnt auch 960 im Juli

Wir haben auch im Juli ein gut besetztes 960er Monatsturnier gesehen. Alexander legte mit 5 aus 5 einen glatten Durchmarsch hin und distanzierte den Rest des Feldes um sportliche 1,5 Punkte. Dahinter ein seltenes Phänomen. Auf dem geteilten 2. Platz landeten Klaus und Olaf mit völlig identischer Wertung.

Juli Teiln. Google (Android 11.0) Google (Android 11.0) Google (Android 11.0)
Schach 960 12 Alexander Kurz Klaus Lehmann Olaf Eberhardt
Turnierseite Grand-Prix-Schach960

Neue Clubmeister im Blitz, Schnellschach und 960

Längst überfällig, aber besser spät als nie: Die Clubmeisterschaften im Blitz, Schnellschach und Schach960 sind im Mai zu Ende gegangen und die Gewinner sollen entsprechend gewürdigt werden. Im Blitz und Schnellschach standen die Clubmeister schon vor der Schlussrunde im Mai fest (siehe Bericht Vorschlussrunde). FM Alexander Kurz gewann mit großem Abstand die Gesamtwertung und ist alter und neuer Clubmeister im Blitz. Die Gesamtwertung im Schnellschach gewann Seriensieger und mittlerweile Ex-Kreuzberger FM Dirk Paulsen. Mit Abstand bester Kreuzberger und damit Clubmeister im Schnellschach ist Kevin Huth. Spannend bis zur Schlussrunde war es beim Schach960. FM Klaus Lehmann ist dem Berichterstatter am Ende noch einmal dicht auf den Pelz gerückt, aber er konnte mit seinen “nur” 7 Teilnahmen die Gesamtwertung nicht mehr entscheidend aufmischen. Alter und neuer Clubmeister im Schach960 ist damit der Berichterstatter himself. Alle Clubmeister und Preisränge (jeweils Top3) in der Übersicht:

Blitzschach Grand-Prix 2024-25 Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mär Apr Mai   Gesamt
1 Alexander Kurz 12   18     20 8 14 13 3 14   102
2 Michael Ziems  7 11 4 3 11 6 7 7 20 14 3 3   83
3 Glib Makarov   10 9 14   12 6   10 9 12 5   82
Schnellschach Grand-Prix 2024-25 Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mär Apr Mai   Gesamt
1 Dirk Paulsen 16 20           20 20 20 20 20   136
2 Kevin Huth       11 20 8   16 18 10 14 18 115
3 Jürgen Federau 4 10 18 7   12 12 3     13 11   87
Schach960 Grand-Prix 2024-25 Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mär Apr Mai   Gesamt
1 Michael Ziems  14   16 16 10 2 16 13 13 14 12 2 114
2 Klaus Lehmann   18   20 13 14     14 13   14   106
3 Wilhelm Löhr   11 13 14 9 7 9 9 10   11 3   86

Monatsturniere: Ein Soloritt und ein Fotofinish

Seriensieger Dirk Paulsen gewann auch das Abschlussturnier der Grand-Prix-Serie 2024-25 im Schnellschach. Am Ende lag er ganze 1,5 Punkte vor einem Viererfeld mit jeweils 5 Punkten und gewann nicht ganz unerwartet auch die Grand-Prix-Gesamtwertung.

Mai Teiln. Google (Android 11.0) Google (Android 11.0) Google (Android 11.0)
Schnellschach 28 Dirk Paulsen Kevin Huth Thomas Heerde

Knapper war es dagegen beim Auftakt der neuen Grand-Prix-Serie 2025-26 im Blitz. Ohne klaren Favoriten war es von Anfang bis Ende ein Rennen Kopf-an-Kopf. Mykhailo, Henrik und ein gut aufgelegter Albi kamen auf jeweils 8,5 Punkte. Die Reihenfolge auf dem Siegertreppchen musste über die Sonneborn-Berger- und die Buchholz-Wertung entschieden werden.

Juni Teiln. Google (Android 11.0) Google (Android 11.0) Google (Android 11.0)
Blitz 24 Mykhailo Matviienko Henrik Petersen Albi Canaj

Ein kurzer Abschlussbericht mit allen Gewinnern der nun abgelaufenen Grand-Prix-Serie 2024-25 folgt.