Berliner Schachgeschichte(n), Ausgabe 13

Das Geschäft muss gut gelaufen sein, denn 1835 wird er auch als Restaurateur im Königsstädtischen Theater, Alexanderplatz 1-3 genannt [6]. Gleich am Haupteingange ist rechts eine Conditorei, links eine Restauration und weiter kommt man zur Kasse und den verschiedenen Plätzen [24]. Dem auf Volksschauspiel ausgerichteten Königsstädtischen Theater ging nach dem Tod des Königs im Jahr 1840 ein wesentlicher Teil der Zuwendungen zur privaten Aktiengesellschaft verloren und es schloss 1851 nach 27 Jahren Betrieb in Folge wirtschaftlicher Schwierigkeiten [25]. 1836 eröffnete Ostermann dann in der Niederlagsstraße 7 [6], neben dem Alten Packhof, ein neues Geschäft.

1840 erwarb er das Haus “Hinter der katholischen Kirche 2” und eröffnete hier nun sein eigenes Restaurant [6]. Auch der Biervertrieb war jetzt hier angesiedelt. Im Haus Nr. 2 wohnte früher Hans Christian Genelli [6], Mitglied Nr. 32 im alten Club [26] und um 1819 bildlich im bekannten Gemälde “Eine Schachpartie im Palais Voss” von Johann Erdmann Hummel festgehalten [27]. 1846 wohnte dort auch kurze Zeit der Geheimrat Crelinger, Spielpartner von Ludwig Erdmann Bledow und Paul Rudolph von Bilguer.

Zwei Partien

Direkt nebenan, in der Nr. 3 lag das “Café Belvédère”, Spielort manch späterer Schachmatches von Mitgliedern der Schachgesellschaft. Als Ostermann 1844 an Brustwassersucht starb, hinterließ er seiner Witwe die florierenden Unternehmen, welche sie zumindest ein weiteres Jahr selbst führte, und das Haus. Es war genug Geld vorhanden, um auf dem Grundstück ein zweites Gebäude “Nr. 2a” zu errichten. Ihr ältester Sohn Carl Wilhelm Theodor, der als Regierungs-Feldmesser wirkte, war bereits 1842 an Lungenschwindsucht gestorben [28]. Der zweitälteste, Carl Friedrich Ostermann trat jedoch nicht direkt die Nachfolge an. Als Particulier verpachtete er in den Folgejahren die Geschäfte zunächst an mehrere Restaurateure und Bierverleger und Witwe Wilhelmine Zepernick konnte sich als Rentiere vom Tagesgeschäft zurückziehen.

2 Gedanken zu „Berliner Schachgeschichte(n), Ausgabe 13“

  1. Sehr geehrter Herr Andreas Lange,

    mein Name ist Fred Ostermann.
    Bei meinen Recherchen zum Ursprung meiner Familie bin ich auf Ihre Forschungsarbeit gestoßen.
    Ich habe mir zwar Ihren Artikel über den Schachklub Kreuzberg kopiert, jedoch hätte ich gern eine entsprechende Publikation der Berliner Schachgeschichte(n) Ausgabe 13 zur Familie Ostermann.
    Es wäre schön, wenn wir in Kontakt kommen könnten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Fred Ostermann

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