Eine kurze und knappe Ergänzung: Mittlerweile sind weitere Nachrufe erschienen. Peter Baranowsky veröffentlichte einen Nachruf auf der Homepage von der Schachgruppe BA Tempelhof-Schöneberg. Einen weiteren Nachruf verfasste – wer hätte das gedacht – Helmut Pfleger mit seinen ganz persönlichen Erinnerungen.
Im Südwesten der Stadt ging am Donnerstag das Harald-Lieb-Turnier zuende. Aaron gewann das Turnier mit sagenhaften 7 aus 7. In den ersten 6 Runden des Turniers hatte er schon 22 Elo-Punkte gesammelt und damit sein Rating bereits auf 2296 geschraubt. Sein Sieg in der letzten Runde wird ihm weitere 5 Elo-Punkte bringen. Damit knackt er die 2300er Marke, die zum FM-Titel berechtigt. Auch wenns zur Stunde “nur” ein Live-Rating ist…. bin mir sicher, dass Aaron sich den FM-Titel nicht mehr nehmen lässt.
Mittlerweile sind weitere Details bekannt geworden. Da es so viele Nachfragen gab und die Anteilnahme so groß ist, hab ich den Nachruf um ein paar Details ergänzt. Die Ergänzungen sind in Kursivschrift gehalten.
Das letzte Lebenszeichen von Alexander war vor ein paar Tagen seine Anmeldung für die kommende Berliner Schnellschachmeisterschaft. Er wollte gern die Einzel- und Mannschaftsmeisterschaft spielen und war dafür fest eingeplant. Doch dazu wird es nun nicht mehr kommen. Am Dienstag ereilte uns die schockierende Nachricht, dass Alexander verstorben ist – völlig unerwartet und mitten aus dem Leben gerissen. Er wurde nur 62 Jahre alt.
Alexander war ein ruhiger, bescheidener und sehr umgänglicher Mensch. Nie kam ein böses Wort über seine Lippen. Nie wurde er laut oder hat seinem Ärger Luft gemacht. Selbst nach einer verlorenen Partie hatte er oft ein Lächeln im Gesicht. Mit seinem sanften Gemüt war es quasi unmöglich, einen Streit anzuzetteln. Er machte auf mich stets einen ausgeglichenen Eindruck. Einer, der mit sich und der Welt im Reinen war.
Die meisten kannten ihn vermutlich als Schachspieler. Er trug den Titel des FIDE-Meisters und hatte in der Spitze 2350 Elo-Punkte. Das war 1992. Er war aber auch ein sehr starker und sehr aktiver Go-Spieler, und Go war seine noch größere Leidenschaft. Wenn irgendwo ein attraktives Go-Turnier stattfand, dann spielte er lieber Go als Schach. Dafür ließ er auch mal ein SCK-Turnier sausen und reiste quer durch die Republik. Im Go erreichte er ebenfalls eine Spielstärke auf Meister-Level (3. Dan, zuletzt Elo 2310) und konnte wie im Schach diverse Turniere gewinnen. Zwei völlig unterschiedliche Spiele auf diesem Niveau zu beherrschen, ist wahrlich selten und bemerkenswert.
Außerdem hat er Schach in vielen Varianten gespielt. Schach960, Tandem, King of the Hill? Na klar! Die ausgetretenen Pfade waren nicht sein Ding. Er war experimentierfreudig und hat sich gern auf Neues eingelassen. Daher war bei ihm auf dem Brett auch immer was los. Er hat sich auf den offenen Schlagabtausch eingelassen und ging keinem taktischen Gemetzel aus dem Weg. Die Experimentierfreude und Vorliebe für kurze Bedenkzeiten waren seine Grundzutaten für das fein orchestrierte Chaos auf dem Brett. An Schachpartien mit klassischer Bedenkzeit hatte er nahezu das Interesse verloren.
Alexander verschlug es irgendwann von seiner Heimat Bayreuth nach Berlin. Er lebte hier seit vielen Jahren. Nach jahrelanger Pause hatte er das Schach wieder für sich entdeckt. 2018 trat er der Betriebsschachgruppe SG BA Tempelhof bei, wo er fortan regelmäßig spielte. Vor knapp drei Jahren ist er dann dem SC Kreuzberg beigetreten, und seitdem war er auch Stammgast bei unseren Monatsturnieren. Er gehörte quasi zum Inventar. In dieser Zeit wurde er zweimaliger Clubmeister im Blitzschach und ist frisch gebackener Clubmeister im Schnellschach. Die dafür anvisierte Ehrung und Preisverleihung wird er leider nicht mehr erleben.
Wie wir mittlerweile erfahren haben, starb er am 15.06. durch plötzliches Herzversagen. Am 23.06. fand bereits die Trauerfeier im engsten Familienkreis in Bayreuth statt. Wir möchten auch als Verein Abschied nehmen und planen eine Gedenkfeier sowie ein Gedenkturnier zu Ehren von Alexander. Wenn die Termine feststehen, werden wir das hier auf unserer Website bekannt geben.
Unser Beileid gilt seiner Familie, seinem Go-Freundeskreis sowie der Sportgruppe vom BA Tempelhof, wo er ebenfalls Mitglied war.
Menschlich und schachlich ein schmerzlicher Verlust.
Nachdem der alte Figurensatz nun ordentlich ramponiert war, haben wir dem Prinzenbad einen Neuen überlassen, damit auch weiterhin dort open air gespielt werden kann.
2 Figuren waren am Freitag noch als Grabbeigaben Dekoration zur Beerdigung eines Schachfreundes verreist, sind aber wohlbehalten wieder zurück.
Die FIDE hatte am 01. März 2024 die Elo einmalig angehoben. Sie reagierte damit auf die allgemeine Elo-Deflation, die seit mehreren Jahren zu beobachten ist. Nun folgt der Schachbund mit der Anhebung der DWZ aus den gleichen Gründen. Die Anhebung erfolgt am 01.07.2026, wenn auf das neue Wertungsportal umgestellt wird. In Kurzform:
-DWZ < 1000: +400 Punkte -DWZ 1000–2109: 0,64 × DWZ + 760 -DWZ > 2109: keine Anhebung
Die Teilnahme eines Kreuzberger Teams bei der Senioren-Mannschafts WM ist nun fast schon eine Tradition. Diesmal ging die Reise nach Albanien, wo Kreuzberg mit IM Manfred Glienke, Norbert Sprotte, Michael Steiger und dem “Gast” Christian Weiss nach 5 Runden und gutem Start nun wieder etwas zurückgefallen ist. Gestern gab es eine Niederlage gegen Israel mit – noch ein Kreuzberger – IM Nathan Birnboim, heute eine knappe Niederlage gegen Kazachstan.
Über die Feiertage ist wieder verstärkte Reiseaktivität zu verzeichnen. Ganzjährig unterwegs ist aber Oliver Biermann, der auf 2 Rädern die DSAM unsicher macht, sofern er nicht seiner großen Liebe Juventus Turin hinterherreist. Nachzulesen in einem schönen Beitrag, den der Deutsche Schachbund hier veröffentlich hat.
Volle Hütte herrscht auch in Karlsruhe, und Kreuzberger tragen fleißig in den 6 Turnieren zur Platznot bei. Lichess überträgt einige der Bretter, die Übersicht gibt es ansonsten auf Chess-Results.
Wer eine Reise buchen möchte – Deutsche Bahn, Booking, Check24 und viele weitere Anbieter -, erhält ohne jeden weiteren Aufwand eine Spende für unseren Verein.
Auf der Jahreshauptversammlung am Freitag gab es kaum Veränderung. Brigitte wurde ein letztes Mal zur Vorsitzenden gewählt, der bisherige Materialwart Matthias Bolk verzichtete auf sein Amt zugunsten von Ralph Püttner, der damit nach einigen Jahren wieder in den Vorstand zurückkehrt. Wir brauchen aber weiterhin dringend Verstärkung an allen Ecken und Enden!
Als Besonderheit sei aber noch die besondere Ehrung für Horst Metzing erwähnt, der nunmehr seit 60 Jahren dem SCK die Treue hält, so lange wie kein anderer!
Es ging fast ein wenig unter in all dem Auf- und Abstiegstrubel, aber beim Studieren der GRENKE-Ergebnisse fiel es mir dann auf: Nach starken Turnierleistungen, nicht nur in der 2. Bundesliga, haben Aron Moritz und Frederick Dathe die 2300er Marke geknackt und dürfen nun den FM im Titel tragen. Also auf zum Titled Tuesday!
Wir trauern um unser Mitglied Klaudijo Uckar, der gestern nach längerer Krankheit kurz nach seinem 85. Geburtstag verstorben ist. Klaudijo war fast 17 Jahre Mitglied im Schach-Club Kreuzberg und hat, solange er ihm gesundheitlich möglich war, aktiv und gerne am Schachleben teilgenommen. In der letzten Saison spielte er in der 2. Klasse am 1. Brett, konnte aber in der laufenden Saison leider nicht mehr antreten.
Beim diesjährigen DSAM-Turnier wurde erneut Geschichte geschrieben. Mit fast 750 Teilnehmern wurde eine neue Rekordmarke erreicht. Das zeigt, wie beliebt dieses Turnier ist. Diese besondere Turnierform mit 7 verschiedenen Ratinggruppen und die gute Organisation unter der Leitung von Sandra Schmidt und ihrem Team sind eine Erfolgsgarantie für die Turnierserie.
Mit einer starken Delegation war unser Club in Potsdam vertreten – und dabei sehr erfolgreich. Neben einigen sehr guten Einzelergebnissen haben wir die erhoffte Vereinswertung auf Platz 1 abgeschlossen. Erst nach der Partie erfuhr Annette Preissner, wie wichtig dabei ihr Sieg in der letzten Runde gegen die Konkurrenz von Doppelbauer Kiel, die zweitplatzierte Mannschaft, war. Uns trennte nur ein halber Brettpunkt vom Verfolger. Vereinswertung
In der A-Gruppe erreichte Frederick Dathe Platz 4 und damit die Qualifikation für die Endrunde. Ebenfalls qualifiziert sind: Lucas Kopper (Platz 3 in Gruppe E), Annette Preissner (Platz 2 in Gruppe G) und Danil Borisov (Platz 6 in Gruppe G).
Platz 1: IM Vadym Petrovskyi, Platz 2: GM Elisabeth Pähtz (beide 9,5 aus 12 P.)
IM Vadym Petrovskyi gewinnt das Turnier mit etwas besserer Wertung vor GM Elisabeth Pähtz. Dritter wird IM Ilja Schneider, der Preis für den 4. Platz geht an FM Valentyn Prokofiev.
Weiterhin gab es Ratingpreise in zwei Kategorien und eine Jugendkategorie U18. Bester Spieler in der Kategorie U2200 wird überraschend Jakob Herrmann (2011 Blitz-Elo) aus Torgelow-Drögeheide. Zu seiner großen Freude und damit zur Freude aller wird Matthias “Matze” Schöwel Zweiter U2200. Alle weiteren Preise gehen an die Jugend. Momme Held vom SC Kreuzberg wird bester U1950-Spieler.
Wir gratulieren allen Preisträgern! Vor allem freuen wir uns, dass dieses tolle Turnier in unserem Jubiläumsjahr bei uns stattgefunden hat. “Stärker besetzt als die Deutsche Blitzmeisterschaft”, hieß es bei der Siegerehrung. 5 Großmeister, 6 Internationale Meister und 8 Fide-Meister – mit so vielen starken Sparringspartern hatte wohl auch Elisabeth nicht gerechnet. Schon mal ein bisschen einspielen für die WM in New York – das war der Plan. Und der ging voll auf – Platz 2 bei Startrang 11 (Blitz-Elo) gegen hoch motivierte Gegenerschaft!
Vielen Dank für die Bilder an Olaf Gersemann und Thomas Pähtz!
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Ankündigung:
Am 21. Dezember feiern wir schon mal eine Vor-Weihnachtsbescherung – ein Elo-Blitzturnier mit 80 Plätzen und über 2.000 EUR Preisgeld (garantiert ab 60 TN). Dies wird für Elisabeth die letzte “Schach”-Station sein vor der Blitz-Weltmeisterschaft, die in diesem Jahr in New York direkt nach Weihnachten ausgetragen wird. Eine gute Gelegenheit, gegen ein paar starke Sparringspartner anzutreten.
Bei fehlender Blitz-Elo wird die Standard-Elo für die Preisverteilung herangezogen
Wir wünschen unseren Mitgliedern und ihren Angehörigen, unseren Freunden und Besuchern frohe Weihnachten und besinnliche Weihnachtstage!
Wir bedanken uns bei unseren ehrenamtlichen Helfern, unseren Trainern und Mannschaftsführern für ihre vielfältige Unterstützung. Ein besonderer Dank gilt auch unseren langjährigen Mitgliedern für ihre Treue und Verbundenheit zu unserem Verein.
Unser Jubiläumsjahr mit vielen Veranstaltungen und Turnieren liegt fast hinter uns und ist aus unserer Sicht bisher sehr erfolgreich verlaufen. Ein weiteres Jubiläumsturnier erwartet uns noch am 25. und 26. Januar – ein Grandprix-Turnier, Blitz und Rapid mit Elo-Auswertung.
Im Namen des Vorstands des Schach-Club Kreuzberg e. V.
Brigitte Große-Honebrink
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