Berliner Schachgeschichte(n), Ausgabe 16

Gustav Letzin aus Neukölln gewann mit seiner Aufgabe den 1. Preis im Kompositionswettbewerb der 1. Arbeiter-Schach-Internationale Berlin 1925. [1,2]

Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft 2025 – für alle ein Gewinn!

Das Kreuzberger Team: Milosz,Valerie, Arthur, Jakob, Marianna, Tino

Für alle ein Gewinn – und besonders für Marianna Maya Caber, die sogar Deutsche Vizemeisterin in der Altersklasse U8w wurde. Wir gratulieren herzlich und freuen uns mit ihr!

Wie in jedem Jahr fuhren die Kinder und Jugendlichen, die sich für die Deutsche Einzelmeisterschaft qualifiziert haben, mit großer Freude nach Willingen, um sich mit den besten Kindern aus Deutschland zu messen. Aufgrund ihrer Startnummern konnten einige unserer Kinder durchaus auf gute Platzierungen hoffen.

Nach einer Woche voller Vorbereitungen, intensiver Partien und einem interessanten Rahmenprogramm sind nicht alle Hoffnungen erfüllt worden, aber die Zufriedenheit über die Teilnahme an einem hochrangigen Turnier stand wohl am Ende doch im Vordergrund. Wir sind stolz auf unsere Kinder, die gekämpft haben und häufig an den vorderen Brettern sehr gute Partien gespielt haben.

Vielen Dank an die begleitenden Eltern, die die Kinder unterstützt und wenn nötig auch aufgebaut haben. Ein besonderer Dank gilt Dirk Sander, der einen täglichen interessanten Bericht in Form eines bebilderten Tagebuchs geschrieben hat.

Wir gratulieren auch herzlich der Deutschen Meisterin U10w, Sona Bashirova vom SV Empor Berlin!

U8w – Marianna Caber
U8 – Jakob Korneli
U10 – Tino Sander
U12 – Arthur Hoppe
U14w – Valerie Komar
ODJEM B – Milosz Mlynarski

Überblick über alle Turniere der DEM 2025

Monatsturniere: Ein Soloritt und ein Fotofinish

Seriensieger Dirk Paulsen gewann auch das Abschlussturnier der Grand-Prix-Serie 2024-25 im Schnellschach. Am Ende lag er ganze 1,5 Punkte vor einem Viererfeld mit jeweils 5 Punkten und gewann nicht ganz unerwartet auch die Grand-Prix-Gesamtwertung.

Mai Teiln. Google (Android 11.0) Google (Android 11.0) Google (Android 11.0)
Schnellschach 28 Dirk Paulsen Kevin Huth Thomas Heerde

Knapper war es dagegen beim Auftakt der neuen Grand-Prix-Serie 2025-26 im Blitz. Ohne klaren Favoriten war es von Anfang bis Ende ein Rennen Kopf-an-Kopf. Mykhailo, Henrik und ein gut aufgelegter Albi kamen auf jeweils 8,5 Punkte. Die Reihenfolge auf dem Siegertreppchen musste über die Sonneborn-Berger- und die Buchholz-Wertung entschieden werden.

Juni Teiln. Google (Android 11.0) Google (Android 11.0) Google (Android 11.0)
Blitz 24 Mykhailo Matviienko Henrik Petersen Albi Canaj

Ein kurzer Abschlussbericht mit allen Gewinnern der nun abgelaufenen Grand-Prix-Serie 2024-25 folgt.

Grandprix: Das Tripel

Insgesamt fast 3.000 EUR Preisgeld

Bericht und Fotos

23. Juli 2025: Ergebnisse und Tabellen Schach960

24. Juli 2025: Ergebnisse und Tabellen Elo-Rapid

25. Juli 2025: Ergebnisse und Tabellen Elo-Blitz

Die Kreuzberger Sommerturniere hatten in diesem Jahr einen weiteren Höhepunkt, drei zusätzliche Turniere mit Grandprix-Wertung, Elo-Auswertung und einem ordentlichen Preisgeld. Wer die meisten Punkte aus den drei Turnieren sammelt, erhielt zusätzliche Grandprix-Preise. 

 

Das Tripel: Grand-Prix-Wertung 960 Rapid Blitz Summe
1. IM Gelman, Alexander 20 18 20 58
2. FM Eilenberg, Jonas 18 12 18 48
3. GM Glek, Igor 10 20 16 46
4.   Rosenthal, Max Manuel 12 11 13 36
5. GM Tischbierek, Raj 9 14 12 35
6. CM Matthes, Aaron 14 13   27
    Woithe, Daniel 11 16   27
8. CM Yatskar, Martin   10 14 24
9. NM Rosenstock, Ephraim 16 3   19
10. CM Jahnz, Laurin 8   10 18
11.   van der Veen, Terry 13   3 16
12. FM Milare, Tyron   9 6 15
13.   Hoppe, Arthur   6 8 14
14. FM Schulz, Michael     11 11
15. FM Holzapfel, Daniel 3 7   10
16.   Piz, Maxim,Dr.     9 9
17.   Bethe, Stephan   8   8
19.   Shevlyakov, Aleksandr 7     7
    Heyme, Sibylle 5   2 7
    Balov, Darko   2 5 7
  CM Kracht, Raphael     7 7
23   Vogel, Constantin 6     6
24 FM Brustkern, Juergen   5   5
25   Kutschke, Jens 4     4
    Winter, Patrick,Dr.   4   4
    Modler, Andreas,Dr.     4 4
28   Omar, Samy 2     2
29 FM Kurz, Alexander 1     1
    Bezhenar, Georgy   1   1
    Argote Heredia, Carlos     1 1

Ausschreibung Tripel Kreuzberger Sommer-Schachfestival 2025

BMM-Schlussrunde

Kurzes Fazit meinerseits zur frisch beendeten BMM-Saison. Im letzten Bericht zur 8. Runde hatte ich unterschlagen, dass SCK9 noch sehr gute Aufstiegschancen hat, denn in der Klasse 2.2 steigen 2 Mannschaften auf. SCK9 hat mit einem 5:3 Mannschaftsieg in der Schlussrunde den 2. Tabellenplatz erobert und damit den Aufstieg perfekt gemacht. Die junge Mannschaft ist nun zum zweiten Mal in Folge aufgestiegen und hat sich katapultartig in die 1. Stadtklasse gespielt. Chapeau! SCK4 stand schon vor der letzten Runde als Aufsteiger fest und hat ihren Durchmarsch mit 18:0 Mannschaftspunkten komplett gemacht.

Leider gibt es auch 3 Absteiger, aber das weiter zu thematisieren erspar ich Euch. Hier ist erstmal Wunden lecken angesagt. Dann neu Anlauf nehmen und direkt wieder aufsteigen.

Dann gab es noch das Feedback in der nächsten Saison ab Herbst die Kräfte von SCK2 und SCK3 zu bündeln, um die Aufstiegschancen in die Landesliga zu erhöhen. Ich begrüße die Idee. Den Lückenschluss Landesliga sollten wir auf jeden Fall anpeilen. Aber alles zu seiner Zeit.

BMM-Übersicht

Turnierabschluss mit Mitternachtsblitz

Nach dem Ende der Clubmeisterschaft hat Matze Bolk noch ein paar Blitzwillige zusammengetrommelt und so wurde die Clubmeisterschaft noch mit einem spontanen Mitternachtsblitz abgerundet. 11 Spieler wollten sich in Old-School-Manier mit Rutschsystem und in lustig-launiger Atmosphäre noch ein paar Blitzpartien geben. Und so wurde in den Samstagmorgen hineingeblitzt wie sich das für lange Kreuzberger Nächte gehört. Fast schon nebensächlich war das Ergebnis. Nach teilweise langen Clubmeisterschaftspartien waren die Nachtschichtspezialisten: Micha Ziems (8,5) vor Fabian Schmidt (8), Orkun Sakalli (7) sowie Özgür Besbudak (7):

Michael Strache ist alter und neuer Clubmeister

Vor wenigen Stunden ging die Clubmeisterschaft 2025 zu Ende. Vor der letzten Runde konnten Michael Strache mit 6,5 Punkte, Norman Daum (6,5) und Christian Syré (5,5) noch Turniersieger werden. Für Micha und Christian ging es um den Clubmeistertitel. Die besten Chancen hatte Micha Strache, denn er lag einen ganzen Punkt vor Christian und hatte das (vermeintlich) leichtere Los. In der Begegnung Norman gegen Christian gab es keinen klaren Favoriten und die Partie endete Remis. Mit diesem Remis war Micha Strache der Clubmeistertitel schon sicher. Aber er wollte natürlich mehr und es ging für ihn fortan um den Turniersieg. In der entscheidenden und letzten Turnierpartie Micha Ziems gegen Micha Strache sah es aber zu keinem Zeitpunkt nach dem erwarteten Favoritensieg aus. Bis der Berichterstatter im späten Mittelspiel etwas überambitioniert auf Königsangriff spielte, sich in einer Verwicklung mit angebotenem Damentausch verhedderte und mit Turmverlust aufgeben musste. Am Ende wurde Micha Strache seiner Favoritenrolle gerecht und wurde wie bereits im letzten Jahr Turniersieger und Clubmeister!

Den Sonderpreis für den größten DWZ-Zuwachs erspielte sich Gerhard Grob Paul Kaufmann +74 Punkten!

Alle Tabellen gibts wie gewohnt auf chess-results.com und zusätzlich die inoffizielle DWZ-Auswertung.

Die Top3 des Turniers:

DBMM 2025: Kreuzberg kann (ein bisschen) blitzen

Alle Jahre wieder spielt Kreuzberg bei den ganz großen deutschen Wettbewerben mit: Nein, leider nicht in der Bundesliga, auch nicht im Pokal, aber immerhin bei den deutschen Blitzmannschaftsmeisterschaften. 2025 wurden diese in Bünde (Westfalen) ausgerichtet, was deutlich angenehmer zu erreichen war als letztes Jahr in Kehl (bei Straßburg). Trotz extrem knapp verpasster Qualifikation bei den Norddeutschen Blitzmannschaftsmeisterschaften konnten wir dieses Jahr als Nachrücker teilnehmen. Und so fuhr unsere Profitruppe aus Robert, Freddy, Aaron und Michael (Strache) samt Korrespondent Constantin an einem sonnigen Samstag im Mai nach NRW.

Seelig sind die Unwissenden: So sehen (noch) motivierte Kreuzberger aus. Von links: Aaron, Micha, Robert und Freddy

Großes Kompliment dabei an die Ausrichter in Bünde: Statt in einer alten Schulturnhalle durften wir in einem Tanzlokal mit reichlich Platz, Licht und Luft spielen. Obendrein gab es ein ordentliches Catering und ein effizientes, aber freundliches Schiedsrichterteam – was will man mehr? Naja, vielleicht noch gegen gute Gegner Schach spielen.

Blitzschach: Ein Sport für sich

Blitzschach ist dabei ein ganze besondere Angelegenheit: Ist man geistig gerade nicht bei der Sache oder müde, mag man das im klassischen Schach mit Eröffnungstheorie und Zeitverbrauch kompensieren können, ist aber im Blitz aufgeschmissen. Umgekehrt ist Material im Blitzschach nicht annähernd so wichtig wie im klassischen Schach und oft noch ein Comeback möglich. Blitz ist damit emotional und auch konditionell ein wilder Ritt, insbesondere, wenn man über 20 Partien in Folge spielt.

Dementsprechend war für unsere Kreuzberger wie auch für deren Gegner alles dabei: Triumph und Trauer, Freude und Frustration, Ehrgeiz und Ekel. Geschichten hinter diesen Emotionen gibt zu viele, als dass man sie hier alle erzählen könnte. Daher hier ein paar Eindrücke, für die sich so ein Turnier lohnt:

SCK – Solingen: Robert im Kampf gegen GM Markus Ragger. Lediglich Micha konnte gegen die am Ende Zweitplatzierten ein Remis rausholen.

Die Partie von Robert gegen den Stargast und ehemaligem Blitzweltmeister GM Vassily Ivanchuk, in der er auf sehr sehenswerte Weise komplett zusammengeschoben wurde. Aber auch unser Sieg gegen Schott Mainz durch einem Sieg von Robert gegen GM Cicak. Oder die 4,5/6, mit denen Robert in den letzten 6 Runden seine Ausdauer unter Beweis stellte. Freddy, wie er sich in einer sauber herausgespielten, gewonnenen Partie in Zeitnot die Dame aufspießen lässt.  Wie ein anderer, starker Gegner aus dem Fluchen nicht mehr herauskam, nachdem Freddy in eigentlich verlorener Stellung eine Figur gewann. Aarons wackliges, aber dennoch hochverdientes Remis im Turmendspiel gegen GM Cyborowski. Aarons saubere Leistung und sein taktisches Aussetzen in der letzten Runde (“bin jetzt bei +/- 0”). Michas Vorliebe für Schwarz (“macht bei mir keinen Unterschied, ich spiele heute immer das Gleiche”). Constantins Eröffnungsumstellung in der 2. Hälfte (“läuft so schlecht, jetzt kann ich auch einfach gleich Aljechin spielen”), oder sein deutlich besserer Score mit Weiß  von 5,5/9 (vs. 2/9 mit Schwarz).

Fazit

All diese Momente zeigen eins: Wenn man solche Events als Außenseiter spielt, sollte man Erlebnis vor Ergebnis stellen – denn Erleben tut man so einiges, auch wenn keiner aus dem eigenen Team mehr als 50% der Punkte holt und die Mannschaft am Ende auf Platz 20 von 25 landet. Daher sind wir auch als absolute Außenseiter nächstes Jahr gerne wieder dabei und halten die Kreuzberger Fahne hoch – zumindest, falls wir uns vorher bei der Norddeutschen Blitzmannschaftsmeisterschaft wieder unter die Top 7 kämpfen können.

Link zu den Einzelergebnissen wie immer auf Chessresults